Trivium - Ascendancy - Cover
Große Ansicht

Trivium Ascendancy


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt sie glücklicherweise noch, die Ausnahmetalente im Metal!

Roadrunner-Records-Legende Monte Conner wird sicherlich immer noch schmunzeln, wenn er an das Jahr 2003 zurückdenkt. Damals fällt ihm beim Hören eines Magazin-Samplers ein Song des Debütalbums „Ember to Inferno“ der noch unbekannten Band „Trivium“ auf. Da ihm dieses Lied nicht mehr aus dem Kopf ging, setzte er sich mit den Jungs in Verbindung. Sänger, und Gitarrist und Matt Heafy erinnert sich: „Monte hörte den Song und rief sofort unseren Manager an.“ Zwei Jahre später erscheint das zweite Album der Band unter neuen Label und beweist, dass Conner wieder einmal einen absoluten Glücksgriff gemacht hat, denn was die vier Jungs aus Florida hier ablegen, ist Metalcore auf höchsten Niveau und das mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 19 Jahren. Auch Einflüsse von Trash-Giganten der 80er Jahre, wie z.B. Metallica, lassen sich nicht abweisen und werden gekonnt mit eingebunden.

Eigentlich beginnt mit „The End of everything“, einem ruhigen Pianointro mit gothicartig wirkenden Chören, alles ganz friedlich. Doch dann entlädt sich die aufgebaute Spannung explosionsartig mit „Rain“. Das Stück legt eine so extreme Energie an den Tag, dass es einen förmlich vom Stuhl reißt. Setzt dann auch noch die Stimme des in Japan geborenen Matthew Heafy mit ein, bekommt man Shout-Vocals per excellence um die Ohren geschmissen. Aber auch seine melodische Singstimme, welche in vielen der Refrains auftaucht, muss sich in keinster Weise dahinter verstecken.

„Pull harder on the strings of your martyr” beginnt mit einem schönen Schlagzeugintro und setzt das hohe Tempo fort. „Drowned and torn asunder“, die erste Ballade? Mitnichten, denn nach einem kurzen ruhigen Intro knüppeln die Jungs wieder derart los, dass sich Bands wie Machine Head in Zukunft warm anziehen sollten! Was in „A gunshot to the head of trepidation“ und auch an vielen anderen Stellen auf dem Album auffällt: Das Schlagzeug dient nicht nur als Tempogeber! Vor allem die Doublebass wird nicht nur, wie man es bei vielen Bands der Szene vorfindet, in einem unglaublichen Tempo durchgehämmert, sondern vielmehr durch bewusste Akzentuierungen geschickt eingesetzt. Mit dem achten Titel „Dying in your arms“ kommt sie nun endlich, die erste und übrigens einzige Ballade des Albums, wobei die Jungs auch hier nicht darauf verzichten, den Verzerrer gekonnt einzusetzen. Auch Heafys Shoutstimme findet hier wieder Verwendung. An der Stelle wäre sie allerdings nicht unbedingt notwendig gewesen und so wurden bei der Singleversion des Songs ebendiese Parts glücklicherweise durch seine Singstimme ersetzt. Weniger ist eben manchmal auch mehr.

Nach dieser kurzen Verschnaufpause wird mit „The deceived“ das Tempo wieder extrem angezogen. Dabei fällt, wie auch in anderen Liedern des Albums, bei den Gitarrensoli die Verwendung von zwei unterschiedlichen Melodielinien zur selben Zeit auf. Dadurch wirken sie zum Einen fetter, zum Anderen auch wesentlich abwechslungsreicher, als mit nur einer Gitarre. Viele der Metal-Altmeister können sich hier gern mal eine Scheibe davon abschneiden, denn so machen Soli absoluten Spaß und sind nicht nur Präsentation des eigenen Könnens. Bei „Departure“ fällt ein weiterer Kritikpunkt auf, denn die Gitarrenriffs passen zwar sehr gut zu den Singstimmen, bei den Shoutparts wünscht man sich hier und da aber noch eine etwas tiefere Gitarre dazu, die einfach für etwas noch mehr Schwere sorgen würde.

Zusammenfassend kann man trotzdem eigentlich nur überwältigt sein, denn was Matt Heavy hier alles leistet grenzt an Wahnsinn: Frontsänger/-shouter, Gitarrist, Mitproduzent und Songwriter und das Alles mit 19 Jahren. Auch die anderen drei Bandmitglieder machen auf „Ascendancy“ einen hervorragenden Job und brauchen sich nicht im Geringsten hinter ihm zu verstecken. Eins macht „Trivium“ ganz klar deutlich: Es gibt sie glücklicherweise noch, die Ausnahmetalente im Metal und das macht Hoffnung für die Zukunft dieser Musikrichtung!

Anspieltipps:

  • Rain
  • Drowned and torn asunder
  • A gunship to the head of trepidation
  • Dying in your arms
  • Suffocating sight

Neue Kritiken im Genre „Metalcore“
5/10

Ember To Inferno: Ab Initio
  • 2016    
6/10

Silence In The Snow
  • 2015    
Diskutiere über „Trivium“
comments powered by Disqus