Kristoffer Ragnstam - Sweet Bills - Cover
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Kristoffer Ragnstam Sweet Bills


  • Label: Weekender/INDIGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Irgendwie hat der Schwede den Dreh raus. Und dies macht sein Debüt zu einem größtenteils überzeugenden Pop-Erlebnis.

Junger Schwede! Kristoffer Ragnstam schreitet die gesamte New Wave Pop-Allee mit all ihren rockigen, tanzbaren und melancholischen Abzweigungen ab und dürfte trotz seines Zungen brechenden Nachnamens nicht allzu schnell wieder in Vergessenheit geraten. Sein Debütalbum „Sweet Bills“ klingt wie eine akustische Verbeugung vor den Beach Boys, den Pixies und den Black Crowes und untermauert den exzellenten Ruf einer mit Talenten nun wirklich nicht unterversorgten skandinavischen Musikszene.

Nach dem knappen, besinnlichen vorbeihuschenden „Intro“ zum Aperitif, lässt er es auf dem darauf folgenden „Breakfast By The Mattress“ dann auch zum ersten Mal gehörig rumoren. Tanzflächig und energisch wie die meisten seiner Songs auf „Sweet Bills“ hüpft auch dieser bereits nach kurzer Aufwärmphase beschwingt im Ohrmuschelquadrat rauf und runter. Auch „#1 Money Hunter“ rockt progressiv herrlich und gewinnt mit seinem griffigen treibenden Psychedella-Refrain zuhörend an Widererkennungswert. Ganz im Geiste der 60er, des Garage Rock und perlender Popmusik funktionieren seine rockigen Arrangements hier ausgezeichnet. Das er aber auch die ruhigen Seiten beherrscht, zeigt Ragnstam bei der swingenden London-Pop-Nummer „Lonely Lane“. Das spitzen sich die Lippen wie von selbst und der zum Mitpfeifen prädestinierte Refrain schmiegt sich samt Chor ins Ohr. Genauso eingängig wie der von weiblichem Gesangspart begleitete und balladeske Titeltrack und das ebenso sympathisch poppige „Too Close To The Curb“. Das aber selbst ein skandinavischer Musiker ab und an daneben greifen kann offenbart sich bei „Man Overboard“. Das klingt wie die Scissor Sisters auf Diät und radiert sich genau wie die unauffälligen und sich in ihrer Neutralität aalenden „If This Is Life“ und das zwar tanz- aber auch verzichtbare „Dr. Give The World A Smile“, ganz von selbst aus dem Gedächtnis.

Wir verzeihen ihm! Denn bei Songs wie dem 1A Rock N’ Roll Hammer „Never Get Used To You“ und dem vom Piano gehetzten und mit ordentlich Soul-Pfeffer gewürzten „No One Told Me“ vergisst man diese kleineren Aussetzer wohlwollend und wünscht sich diese Nummern auch einmal Live zu erleben. Auch der Gitarren lastige Abgesang des Albums „Kayla“ erfreut durch eine tolle Melodie und spätestens wenn das Lied gegen Ende von orchestralen Klängen aufgesogen wird weiss man, dass der Kristoffer ein wirklich Guter ist.

Irgendwie hat der Schwede den Dreh raus. Und dies macht sein Debüt zu einem größtenteils überzeugenden Pop-Erlebnis. Wer Künstlern wie den Shout Out Louds, I’m From Barcelona oder Kristofer Aström etwas abgewinnen kann, der liegt mit „Sweet Bills“ genau richtig. Und der Multiinstrumentalist Ragnstam belegt hiermit, dass eine gelungene Pop-Platte gleichermassen zum tanzen wie auch abrocken einladen kann.

Anspieltipps:

  • Breakfast By The Mattress
  • #1 Money Hunter
  • Never Get Used To You
  • Kayla

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