Wolf Maahn - Deserteure - Cover
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Wolf Maahn Deserteure


  • Label: Libero/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus der Traum für eBay-Abzocker! Nachdem die „Deserteure“-CD mehr als 16 Jahre nicht im Handel erhältlich war und sich geschäftstüchtige Besitzer des Albums eine goldene Nase beim Weiterkauf ihres Exemplars verdienten, kommt das Debütalbum von Wolf Maahn nun in digital überarbeiteter Form neu in die Läden. Maahn sicherte sich im vergangenen Jahr die Rechte an der Platte für sein Label „Libero“ und remasterte die zehn Tracks in seinem Kölner Studio. Mit „Der Elefant“ ist zudem ein bis dato nur als Vinyl-Single erhältlicher Song als Bonus der Neuauflage mit an Bord.

Die Erstveröffentlichung des Albums war im September 1982. Es war nicht nur das Solodebüt Maahns, sondern auch seine Premiere als Produzent – ein Job, den er später u.a. für Klaus Lage, Anne Haigis, Purple Schulz, Marianne Rosenberg und Wolfgang Niedecken ausübte. „Deserteure“ wurde in der Fachpresse sehr gelobt und ein Jahr später für den deutschen Schallplattenpreis nominiert. Für die frühen 80er Jahre unterschied sich der Sound des Albums mitunter erheblich von den zu der Zeit üblichen Deutsch-Rock- und NDW-Klängen. Sprechgesang („Sag’ mir, wo die Blumen sind“), Soul- und Funk-Elemente („Der Königsdorf-Tango“, „Blinder Passagier“) sowie inhaltlich brisante Texte („Deserteure“, „Herren“) sorgten für ein Niveau, das selbst der Spiegel würdigte: „Wolf Maahn singt und spielt unverdrossen gegen die Flachwelle an“.

Abgesehen von typischen 80er-Jahre-Eigentümlichkeiten, über die man heute nur schmunzelnd mit dem Kopf schütteln kann (zu viel Hall auf der Snare Drum, etc.) klingt „Deserteure“ auch heute noch frisch und bissig. Die Songs versprühen Atmosphäre und atmen den Duft der großen, weiten Welt. Denn Wolf Maahn hat schon früh über den musikalischen Tellerrand geschaut und erkannt, dass sich amerikanische Einflüsse sehr wohl in deutschsprachige Musik integrieren lassen. Damit lieferte den Auftakt zu einer Solokarriere, die nicht immer erfolgreich war, aber die eine oder andere Album-Perle sowie ein tolle paar Singlehits abwarf.

Anspieltipps:

  • Oh, Julia
  • Deserteure
  • Der Königsdorf-Tango
  • Ich bin erregt (unentwegt)
  • Sag’ mir, wo die Blumen sind
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