Primordial - To The Nameless Dead - Cover
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Primordial To The Nameless Dead


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 55 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dieser Band wirft man sich gerne ins Schlachtgetümmel.

Was ist denn plötzlich mit Metal Blade los? Nachdem in den vergangenen zehn Monaten zwar stets hochwertige, aber unterm Strich ziemlich sensationsarme Platten auf dem amerikanischen Metal-Label mit sekundärem Sitz in Eislingen erschienen sind, gibt es im November gleich zwei Anwärter auf den Titel „Platte des Jahres“. Waren es letzte Woche die deutschen The Ocean mit ihrer meisterhaft dargebrachten Erdgeschichte namens „Precambrian“, so sind es nun Primordial mit ihrem sechsten Werk „To the nameless dead“. Neben der hohen Qualität hat der irische Fünfer, derzeit bestehend aus Alan Averill Nemtheanga (Gesang), Ciaran MacUiliam (Gitarre), Michael O´Floinn (Gitarre), Paul MacAmlaigh (Bass) und Simon O´Laoghaire (Schlagzeug), allerdings noch eines mit dem heimischen Musikerkollektiv gemeinsam: Atmosphäre zum Schneiden.

Wer allerdings glaubt, dass es sich dem Titel der neuesten Veröffentlichung der seit 1987 bestehenden Band nach um eine Death Metal-Kombo handelt, liegt völlig falsch. Am besten umschreibt wohl Pagan Metal die schlachtenbummlerische Mischung aus Black und Doom, die Primordial hier nahezu perfekt zelebrieren. Im Vergleich zu einer kompositorisch ähnlich gelagerten Band wie Amon Amarth, steht bei den Iren jedoch nicht die musikalisch rasante Nacherzählung verschiedenster Nordmänner auf dem Programm, sondern es gibt ausschweifende Fahrten über blutige Felder nach jahrelangen Kriegen voller Schmerz und Leid. Diese Stimmung transportiert der Fünfer bereits wenn die ersten Töne von „Empire falls“ aus den Lautsprechern kriechen und die Instrumente nach etwa einer Minute in einen wahren Blutrausch verfallen.

Wäre eine metallische Darbietung aber noch nicht genug, um eine prächtige und energische Klangkulisse zu erschaffen, bedienen sich Primordial noch zusätzlicher folkloristischer Elemente wie im Track „Heathen tribes“ zu hören. Somit ist für ausreichend Ideen gesorgt, da trotz der großteils im mittleren Tempobereich befindlichen Stücke und einer verschmerzbaren Eintönigkeit im Songaufbau gelegentlich auch mal stärker aufs Gaspedal getreten wird wie z.B. in „Traitors gate“. Ja, mit dieser Band wirft man sich gerne ins Schlachtgetümmel und lässt sich nach allen Regeln der Kriegskunst enthaupten, vierteilen oder die Kehle durchschneiden, vorausgesetzt im Himmel spielt „To the nameless dead“.

Anspieltipps:

  • Empire Falls
  • Traitors Gate
  • Failures Burden

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