The Young Knives - Superabundance - Cover
Große Ansicht

The Young Knives Superabundance


  • Label: Transgressive/WEA
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

12 wesentlich rauere Songs als auf dem Vorgänger.

Henry Dartnall, Thomas Dartnall und Oliver Askew sind The Young Knives aus dem englischen Oxford, die mit ihrem ersten „richtigen“ Album „Voices Of Animals And Men“ (2006) gleich amtlich durchstarteten und neben einer Nominierung für den Mercury Music Prize auch einen beachtlichen 21. Rang in den UK Album-Charts erreichten. Bis sich der Mini-Hype bis nach Deutschland und ins restliche Europa herumsprach, war zwar die Luft schon wieder draußen, aber in der Heimat tourte sich das Trio zusammen mit The Rakes, Dirty Pretty Things, Hot Hot Heat und The Futureheads beinahe einen Wolf und fand kaum Zeit, einen Nachfolger ihres Majordebüts aufzunehmen.

Dieser erscheint im UK nun etwas überraschend via Transgressive Records, wo auch die Subways und die Noisettes untergebracht sind, und streicht ebenso überraschend das „The“ aus den Namen der Band. Dadurch wollen die Young Knives ihre neue Reife nebst musikalischer Weiterentwicklung demonstrieren. Das zog auch Veränderungen im Aufnahmeprozess mit sich. Das Schreiben und Aufnehmen war ein einziger Vorgang, was im Prinzip nie ein gutes Zeichen ist, deutet es doch auf Druck, Zeitmangel und wenig Vorbereitung hin. Den Young Knives hat es aber ausnahmslos gutgetan!

Nachdem der Vorgänger von „Gang Of Four“-Gitarrist Andy Gill (Boss Hog, Red Hot Chili Peppers) produziert wurde, kam nun Tony Doogan zum Zug, der vorher u.a. Belle & Sebastian, Mogwai, Dirty Pretty Things und die Super Furry Animals betreut hat. Dieser ließ das Trio mehr Zeit für das Ausarbeiten von Melodien und der Gitarrensätze verwenden, schleppte für den Song „Turn tail“ ein 16-köpfiges Orchester an, das in einer Kirche aufgenommen wurde und den Song nicht killt, sondern auf eine höhere Stufe befördert. Dazu trieb er den Herren Dartnall/Dartnall/Askew so gut es ging den totgelaufenen Disco-Punk-Sound aus, wofür Doogan ein „vielen Dank!“ ernten muss.

Als Ergebnis stehen 12 wesentlich rauere Songs als auf dem Vorgänger zu Buche, die zwar immer noch verdammt tanzbar sind, aber erheblich mehr Souveränität und musikalische Reife ausstrahlen, ohne bieder und altbacken zu wirken. Exemplarisch dafür stehen starke Kompositionen wie „Counters“, „Light switch“, „Dyed in the wool“ und „Current oft the river“ – um nur ein paar zu nennen –, die vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten wurden. Damit rücken (The) Young Knives unerwartet in die Nähe von Bands wie Dirty Pretty Things oder Babyshambles und verdienen sich quasi nachträglich den Hype, der zu Unrecht um das Vorgängeralbum ausgelöst wurde.

Anspieltipps:

  • Counters
  • Terra firma
  • Up all night
  • Light switch
  • Current oft the river
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „The Young Knives“
comments powered by Disqus