Muse - Haarp: Live At Wembley - Cover
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Muse Haarp: Live At Wembley


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 70 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Freunden des gekonnt vermittelten Pathos sei der Kauf des Live-Pakets dringend empfohlen.

Grandios – meisterhaft – weltklasse! Eine kleine Auswahl von Begriffen, die nicht selten in Verbindung mit den Konzerten einer englischen Band genannt werden, welche sich in den letzten Jahren in die Exzellenz der Live-Darbietungen katapultiert hat. Gemeint ist natürlich Muse, dieses ganz eigen klingende Trio, für das scheinbar auf sämtlichen Preisverleihungen der „Best Live-Band“ - Award bereits vorgebucht wurde. Was kann es da also schöneres geben, als die dritte DVD von Frontmann Matthew Bellamy, Bassist Christopher Wolstenhome und Drummer Dominic Howard in den Händen zu halten? Für echte Musikfeinschmecker sicherlich nicht viel.

Zusammen mit dem Erfolg der Briten wuchs auch die Imposanz ihrer Live-Shows. Die Bühnen gleichen mittlerweile einer futuristischen Theaterkulisse, auf der sich der gefühlsgeladene und mystische Sound perfekt entfalten kann. Den diesbezüglichen Höhepunkt auf der seit 2 Jahren laufenden Mammut- Tour der Band bildeten zweifelsfrei die beiden Auftritte im neu gebauten Londoner Wembley-Stadion. Und beide darf man nun erneut in einem Paket aus Live-CD und- DVD bestaunen.

Konzentrieren wir uns gleich auf das Wesentliche, legen die CD erstmal beiseite und stürzen uns in den visuellen Genuss, den man von dieser Band mittlerweile gewohnt ist. „HAARP“ ist übrigens der Name eines US-amerikanischen Forschungsprogramms, das sich mit der Untersuchung der Atmosphäre beschäftigt. Die dazugehörige Forschungsstation umfasst ein riesiges Feld von Funktürmen und Sendemasten und bietet genug Stoff für diverse Verschwörungstheorien. Von „Gedankenmanipulation“ oder dem Auslösen von Naturkatastrophen ist dort beispielsweise die Rede. Der perfekte Anlass für Mattew Bellamy, bekennender Fan solch abstruser Theorien, gleich das gesamte Bühnenbild hierauf abzustimmen. Dieses ist vor allem durch die gigantischen Leinwände so eindrucksvoll gestaltet, dass es glatt als Kunstwerk durchgehen würde.

Ein perfekt inszeniertes Intro, wie es pathetischer nicht sein könnte, gibt den Startschuss für ein Spektakel, das selbst das Wembley Stadion so noch nicht erlebt hat. Bellamy kreischt sich die Seele aus dem Leib, zeigt all seine Virtuosität an Gitarre und Piano und wird dabei durch sein Umfeld malerisch in Szene gesetzt. Songs wie „Knights of Cydonia“ oder „New Born“ haben nichts von ihrer Ausstrahlungskraft verloren und man wartet wie beim ersten Mal gebannt auf den erlösenden Knall. „Hoodoo“ , „Blackout“ und „Take a Bow“ platzen fast vor Theatralik und auch alte Schätzchen wie „Unintended“ kommen nicht zu kurz. Plötzlich fliegt eine Akrobatin an einem Riesenballon über den Köpfen der Zuschauer – aber zu diesem Zeitpunkt der Show verblüfft selbst diese Kuriosität nicht mehr. Man ist bereits vollkommen in den Muse-Kosmos eingetaucht.

Manche mögen die Show und die Musik der drei Briten als zu dick aufgetragen bezeichnen. Freunden des gekonnt vermittelten Pathos sei der Kauf des Live-Pakets dringend empfohlen. Denn Muse bestätigen es einmal mehr: Live sind sie derzeit auf Augenhöhe mit den ganz Großen der Musikszene. Da macht es dann auch nichts, dass sich mit Bonus-Material, Booklet und äußerer Verpackung weit weniger Mühe gemacht wurde, als es noch bei ihrer ersten Live-DVD der Fall war.

Anspieltipps:

  • Knights of Cydonia
  • Butterflies & Hurricanes
  • New Born
  • Blackout
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