Erykah Badu - New Amerykah Part One (4th World War) - Cover
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Erykah Badu New Amerykah Part One (4th World War)


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ende der Neunziger schaffte es Erykah Badu mit ihrem Album „Baduizm“ die Black-Music-Szene ordentlich aufzumischen. Groovige Hip-Hop-Beats trafen auf intelligente und tiefsinnige Texte. Kritiker und Publikum waren begeistert, so dass das Album schließlich sogar Dreifach-Platin einheimsen konnte. Auch danach blieb die Sängerin im Rampenlicht, vor allem durch Kollaborationen mit der intellektuellen Elite des Hip-Hops (The Roots, Common) auf. Mit der Geburt ihrer Tochter wurde es dann aber erst einmal ruhig um Badu.

Vier Jahre später ist es nun soweit: „New Amerykah Part One“ wird auf den Markt geworfen. Doch wer meint, dass Badu gereift und voller Ideen aus ihrer Babypause zurückkehrt, der wird leider enttäuscht. Vorbei sind die Zeiten des gefühlvollen Neo-Souls, heutzutage steht eine krude Mischung aus Oldschool-Hip-Hop und psychedelischen Klangwelten auf dem Programm. Ohne Rücksicht auf Eingängigkeit und Songstrukturen stapeln Badu und ihre Produzenten Soundschicht um Soundschicht aufeinander. Dabei vergessen einen nicht gänzlich unwichtigen Faktor des Musikgeschäfts: den Hörer.

Songs wie “The Healer” bestehen aus einem minimalistischen Beat und unzähligen wirren Effekten, Spoken Word Passagen und anderen Soundschnipseln. Dass Badu sogar ein wenig singt, überhört man fast. Auch die immer wieder eingestreuten pseudoafrikanischen Samples helfen nicht gerade dabei, einen roten Faden zu finden. Ein Hauch von der alten Klasse kommt höchstens bei „Amerykahn Promise“ oder „The Cell“ auf, wenn princemäßige Arschwackel-Beats sich mal sinnig mit den tiefen Bässen mischen. Sonst bleibt aber alles so verkopft, dass das Hören wirklich keinen Spaß macht. Wahrscheinlich steckt auch noch ein total interessantes Konzept hinter der Scheibe (der Titel deutet dies an), aber wer beschäftigt sich schon groß damit, wenn der Rest nicht überzeugt. Dieses Album ist mal wieder der beste Beweis, dass Musik abseits des Mainstreams nicht unbedingt besser sein muss.

Anspieltipps:

  • Amerykahn Promise
  • Honey

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