Anouk - Who´s Your Momma - Cover
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Anouk Who´s Your Momma


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei uns ist Anouk, die Grande Dame des holländischen Rocks, wohl noch am ehesten durch ihren großartigen Megahit „Nobody’s Wife“ aus dem Jahr 1998 bekannt. Obwohl es in ihrer Heimat Auszeichnungen und Platinplatten im Dauertakt regnet, blieb der wirkliche Durchbruch in Resteuropa bisher aus. Mit dem neuen Album wird sich daran wohl auch nichts ändern, was aber wohl eher an fehlender Promotion als an mangelnder Qualität liegen wird. Wie kaum eine andere Künstlerin versteht es Anouk nämlich auch diese Mal Radiokompatibilität und eine authentische Rockattitüde miteinander zu kombinieren. Da ist es nur natürlich, dass sie entgegen anderer Major-Künstler auch bei Produktion und Songwriting mehr als nur ihre Finger im Spiel hat.

Den perfekten Einstieg in das Album bietet der treibende Rocksong „If I Go“, der mit seiner positiven Energie gut zum immer wärmer werdenden Wetter passt. Der Gitarren hätten aber ruhig noch etwas fetter sein dürfen. Schon bei „Might As Well“ gibt es dann aber nichts mehr am Sound zu meckern. Der Track bleibt zwar im Midtempo-Bereich, regt durch seinen Groove aber trotzdem zum Mitbewegen an. Die ungewöhnlichen Gesangspassagen und die vielen liebevollen Details machen den Song zu einem ersten Highlight.

Emotionaler wird es dann mit „Make It Rain“. Perlende Gitarrenmelodien und ausgedehnte Piano-Klangteppiche arbeiten auf einen Höhepunkt hin, der von Anouks Ausnahmestimme herzzerreißend inszeniert wird. Allgemein gehören die ruhigen Momente auf dem Album zu dem besten, was es dieses Jahr in dieser Richtung zu hören gab. Egal ob traurig („I Don’t Wanna Hurt“), romantisch („Daze“) oder gebrochen („If You Were Mine“), die raue Schönheit aus den Niederlanden kann in allen Stimmungslagen absolut überzeugen. Einzig das akustische „The Difference“ hat einige Längen.

Anouk hat ja ihre Wurzeln im Soul, da ist es nur natürlich, dass sie auf Songs wie „Good God“ auf der aktuellen Trendwelle (Amy Winehouse und Konsorten) mitsurft. Egal, solange dabei solche Songs herauskommen: Immer her damit! Auch dem Blues wird in „Whatever You Say“ ausgiebig gehuldigt. Eher traditionelle Anouk-Kost bieten „Modern World“ und „Ball And Chain“, die beide zwar nicht durch besondere Qualitäten herausstechen, aber nichtsdestotrotz Spaß machen.

Im Vergleich mit anderen Alben wurde der Rockanteil auf „Who’s Your Momma“ deutlich zurückgefahren, an Energie fehlt es trotzdem nicht. Bleibt zu hoffen, dass diese zugängliche Anouk auch international ein paar mehr Fans gewinnen kann.

Anspieltipps:

  • Might As Well
  • Make It Rain
  • Good God

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