Kings Of Convenience - Riot On An Empty Street - Cover
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Kings Of Convenience Riot On An Empty Street


  • Label: Source/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach zwanghaften Vergleichen mit Simon and Garfunkel für welche die Skandinavier Oye und Boe viel zu melancholisch erscheinen, auch wenn die aufmunternde Essenz nicht abzusprechen ist, ist nun endlich Platz für ein bisschen mehr Melodie und weniger Beharren auf dem bloßen Gebrauch der Akustikgitarre. Die Aufnahmen auf „Riot On An Empty Street“ hören sich runder und voller an. Es waren ja nun wirklich keine Kanten, die den Erstling ausgemacht haben, sondern viel eher Leerläufe, die man mit Spannungen füllen wollte, die aber nun mal nur Ausnahmetalente zu füllen wissen und „Kings Of Convenience“ sind weniger Genies, noch sind sie Handwerker. Sie gehören der, auch in Deutschland stark vertretenen, Indie-Pop-Gesellschaft an.

Von vornherein ist die Musik wieder auf die Akustischen Saiteninstrumente getrimmt, aber leicht verstärkter Bass und immer wieder einsetzende, unterstützende Streicher oder Keyboardklänge sorgen diesmal für ein weit aufschlussreicheres Musikerlebnis. „Homesick“ und „Misread“ kommen beschwingter daher, ohne diesen Frieden und diese Ruhe außer Acht zu lassen, die Boe und Oye ja ausdrücken wollen. Das Problem ist immer Besonderheiten an so einem Album herauszupicken. Der konstant lieblich hauchende Gesang des Sängers kennt keine Tonlagen, sondern bringt allein die immer gleich bleibende, einlullende Atmosphäre zum Vorschein. Jedes Lied hat seine Augenblicke in welchen Streicher veredeln, aber wirklich heraus zustechen versteht keiner der Songs. Vielleicht „I’d Rather Dance With You“, doch nur aufgrund seiner Radiokompatibilität. Niveaumäßig lässt sich kein Unterschied ausmachen.

Natürlich ist so eine CD genau das richtige, wenn man sich ruhige Stunden wünscht, in denen man sich zurücklehnen möchte. Möchte man aber träumen ist das musikalische Arsenal der „Kings Of Convenience“ schlichtweg zu eintönig und beschränkt. Solide Indie-Pop-Sounds sind garantiert, aber es gibt weitaus bessere Alternativen, die gesanglich, instrumental und besonders atmosphärisch mehr zu bieten haben. Allein Songwriter wie Damien Rice oder Ray Lamontagne seien an dieser Stelle genannt. Wenn man auf der Suche nach ruhigen, nicht zu anspruchsvollen Tönen ist die einen weder zum Heulen bringen, noch den Musiknerv reizen sollen ist man hier an der richtigen Stelle. Ansonsten bleibt trotz Besserung im Vergleich zum Debüt zu befürchten, dass die „Kings Of Convenience“ eine Angelegenheit mit dem Prädikat „Nur Für Fans“ werden könnten.

Anspieltipps:

  • Homesick
  • Misread

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