Los Campesinos! - Hold On Now, Youngster - Cover
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Los Campesinos! Hold On Now, Youngster


  • Label: V2 Records/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Produzent David Newfeld sagte spontan zu, als die Indie-Pop-Neulinge „Los Campesinos“ ihr Debütalbum mit dem Produzenten ihrer Lieblingsband Broken Social Scene aufnehmen wollten. Im fernen Toronto begann die Arbeit an ihrem Album, das sich die sieben Bandmitglieder nach einigen EPs verdient hatten. Eigentlich lebt die Band in Cardiff, Wales, aber der erste kleine Erfolg mit der Single „You! Me! Dance!“ ließ ihre Karriere in Kanada beginnen. Für die Texte zeichnet hauptsächlich Gareth verantwortlich, der sich den Gesang mit Aleks und den restlichen Bandmitgliedern teilt.

Los Campesinos klingen nicht alltäglich, ab und zu erinnern sie an The Kooks oder Shout Out Louds, Glockenspiel(!), und doch pflegen sie einen eigenen so unverwechselbaren Stil. Da pflanzen die sieben bei ihrem Hit „You! Me! Dance!“ ein anderthalbminütiges wildmusikalisches Intro ein, um generell gegen die willkürliche Kürzung von Songs durch die Radiosender zu protestieren! Mit wahnsinnig viel Spielfreude, die einfach ansteckend ist, bleibt bei dem abwechslungsreichen Indie-Pop/Rock-Gemisch kein Tanzbein stehen, da fängt man automatisch an zu zappeln. Das Glockenspiel benutzen Los Campesinos fast bei jedem Song, aber auch so setzen sie recht viele Instrumente – unter anderem Geigen und rockige Gitarren – ein, die man angesichts der vielfältigen Kompositionen manchmal mit Mühe unterscheiden kann. Aber es ist eine äußerst spannende Angelegenheit, die mehrere Hördurchgänge verlangt, um alle Nuancen herauszufiltern.

Die Waliser besitzen die Gabe, ohrwurmartige Melodien zu schaffen, die einem einfach nicht aus dem Kopf gehen und die positive Grundstimmung sorgt fast automatisch für gute Laune. Dabei haben sie durchaus Songs mit Ecken und Kanten im Gepäck, doch vor allem der unbekümmerte Charme fesselt den Hörer zusehends. Der Gesang, der auch schon einmal überfallartig eingesetzt wird, wechselt so überraschend von gehetzter Stimmfarbe (Gareth) über den stimmgewaltigen Chor zu sanften Tönen von Sängerin Aleks, da wird einem fast schwindlig. Wenn die CD endet, bleibt man verblüfft zurück und wundert sich wie kurzweilig 42 Minuten sein können. Einen richtigen Singlehit wollen die sieben gar nicht schreiben, stattdessen begeistern sie mit Indie-Rock, der eine erfrischende Brise verbreitet. Das Potential der Band scheint riesig und auf weitere Werke wie diesen ersten Longplayer darf man gespannt sein.

Anspieltipps:

  • Death to Los Campesinos!
  • You! Me! Dancing!
  • Sweet Dreams, Sweet Cheeks
  • This Is How You Spell "HAHAHA, We Destroyed The Hopes And Dreams Of A Generation Of Faux-Romantics"

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