The Black Halos - We Are Not Alone - Cover
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The Black Halos We Are Not Alone


  • Label: People Like You/SPV
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Punkrockbands gibt’s wie Sand am Meer und Punk ist sowieso „not dead“. Falsch! Was vor zehn Jahren sicherlich noch richtig war, ist heute nur noch ein Ausläufer alter Pogo-Fetischisten. NoFX treten nur noch – mehr schlecht als recht – betrunken auf, Green Day benutzt den Ausdruck Punk nur noch um „Fuck Bush!“ rufen zu dürfen und die Sex Pistols schleppen sich auf europäische Festivals, um noch mal ein paar Pfund zu verdienen. Selbst wenn man großzügig Pop-Punk-Ausläufer wie Blink 182, Sum 41 oder Millencolin dazu zählt, bleibt das ernüchternde Resultat samt eineinhalb aufgelöster und einer weiterhin zu unerfolgreichen Band, neben bereits genannten, eher mau.

Einer der wenigen verbliebenen Verfechter der drei Akkorde kommt aus Kanada und brüllt sich The Black Halos. Die Band bringt mit „We Are Not Alone“ bereits ihr viertes Album raus. Selbstverständlich alles Punkrock wie er im Buche steht. Trotzdem dürften sie weiterhin für viele, was für ein weiteres negatives Indiz in Sachen „Punk’s not dead“ spricht, ein eher ungeschriebenes Blatt sein. Den Kalauer, bezogen auf den Nachnamen des Sängers (Billy Hopeless), erspare man sich lieber um früher mit dem Pogen beginnen zu können, da die Platte von Anfang an hält was sie verspricht.

Über „Disbelief“, „Love and War“ und „We Are Not Alone“ zu „Suck City“ und „Dreamboat“ prügeln sich Drums und Gitarren gerade zu von einem Song zum anderen. Kaum wird dem Hörer eine Verschnaufpause gegönnt, wozu auch? Genau das erwartet man von einer Band wie The Black Halos doch auch in ihren Songs. Enttäuscht wird man höchstens in der Suche nach Abwechslung. Vergebens versucht man größere Unterschiede zwischen einzelnen Songs heraus zu hören. Das mag ein Kritikpunkt sein, aber für eine anständige Punkrock Band gehört sich das wohl so. Wenige Songs stechen dementsprechend heraus. „Disbelief“ zeigt eine krachende Bridge, „Love and War“ einen coolen Verse und der Titelsong, „We Are Not Alone“, biete einen extrem Pennywise ähnlichen Song. Damit ist es aber auch schon vorbei mit richtigen Highlights. „Dreamboat“ wirkt, als hätte es sich im Jahrzehnt verirrt und „Migraine“ dient als perfektes Beispiel des „kommt mir irgendwie bekannt vor“ Effekts.

Zwischen verzerrten Gitarrenriffs und explodierenden Drums geht deshalb der wieder Erkennungswert verloren. Vieles klingt wie schon oft irgendwo, irgendwann gehört, einiges wie wiederholt und manches sogar wie kopiert. Ob man sich dazu Gedanken machen kann, wenn von vorne ein zwei Meter Riese samt Nietenjacke einem gefährlich entgegentaumelt, sei mal dahingestellt. Die Stärke des Albums scheint daher eher im live Auftritt zu liegen, denn zu Hause im Wohnzimmer wird man sich sehr wohl darüber Gedanken machen können, ob das alles noch Zeitgemäß ist. Vielleicht dann doch ein Beweis für die Erkenntnis: „Punk is dead!“. Jedenfalls ist er auf dem besten Weg dazu.

Anspieltipps:

  • Disbelief
  • We Are Not Alone
  • Monstrosity

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