Schattenkinder - Weisser Regen - Cover
Große Ansicht

Schattenkinder Weisser Regen


  • Label: Curzweyhl/Rough Trade
  • Laufzeit: 63 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Als eine „romantische“, „melancholische“ und „surreale Reise“ wird das mittlerweile zweite Album, der bislang eher unbekannten Formation Schattenkinder im Pressetext zu ihrer neuen Scheibe „Weisser Regen“ bezeichnet. Und tatsächlich war selten eine Albumbeschreibung so zutreffend, wie diese. Lässt der Bandname und die ungefähre Einteilung als „Dark Folk“ noch auf ein überwiegend gotisch angehauchtes Zielpublikum schließen, so weist die Presseinformation auch auf eine Verwandtschaft zu den Klängen von Enya hin. In eine Schublade stecken lassen, wollen sich die fünf Schattenkinder also nicht. Tatsächlich zeigen sie sich auf diesem Album erstaunlich eigenständig.

Allgemein Freunde ruhiger und auch meditativer Klänge können also auf jeden Fall einen Blick riskieren. Das großzügig mit 14 Songs ausgestattete Album wabert in stets getragenem Tempo bis zum Ende zwischen Darkwave, Gothic, Folk und Weltmusik ohne dabei übertrieben düster zu wirken. Über dem Instrumentalgerüst aus Synthesizern, Gitarre und Geige erhebt sich ein zumeist heller und glockenklarer Frauengesang der beiden Frontdamen Madeleine und Katharina. Besonders gut gelingt das bei der Eröffnungsnummer „Dreams Of Yrrndia“ oder bei „Helene“, das mit hypnotischen Geigenklängen zu gefallen weiß. Wirklich abfallen tut allerdings keines der auf diesem Album enthaltenen Stücke. Lediglich die Abschlussnummer, eine akustische Version des Songs „On The Shore“ erscheint dabei allerdings eher überflüssig. Die Mischung aus englischen, französischen und deutschen Texten kann jedenfalls als echter Exotenbonus auf der Haben-Seite verbucht werden, zumal dies zu keiner Stelle aufgesetzt oder kitschig wirkt.

Andererseits fällt es schwer, wirkliche Höhepunkte unter den Songs heraus zu stellen. Echte Ohrwürmer gibt es nämlich nicht zu bestaunen. Dies ist wohl aber auch nicht die Intention der Schattenkinder. Anregend und inspirierend sich die Stücke nämlich allemal und laden zum Träumen und Nachdenken ein. Dass sich dabei rein musikalisch von Anfang bis Ende der Scheibe wenig tut ist für Genrefans also wohl zu verkraften. Freunde von ruhiger, meditativer Musik können also bedenkenlos zugreifen. Für alle anderen besteht gegebenenfalls allerhöchste Tiefschlafgefahr.

Anspieltipps:

  • Dreams Of Yrrndia
  • Breaks Of Life

Neue Kritiken im Genre „Folk-Rock“
Diskutiere über „Schattenkinder“
comments powered by Disqus