Snoop Dogg - Ego Trippin´ - Cover
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Snoop Dogg Ego Trippin´


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 78 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Snoop D-O-Double-G ist inzwischen in der Popmusik angekommen.

Rapper Calvin „Snoop Dogg” Broadus ist längst in der Welt der Popmusik angekommen und eine der größten Nummern im Biz, ohne sonderlich an Credibility eingebüßt zu haben. Liebend gerne wird der 36-Jährige mit dem unverwechselbaren Rap-Style als Duettpartner gebucht, um Rohrkrepiererprodukten wie z.B. Lexington Bridge ein kleines bisschen Aufmerksamkeit zu bescheren. Daneben gibt Snoop Gastspiele in Hollywood-Filmen, hat sein eigenes Klamotten-Label am Start und neuerdings auch eine TV-Show („Snoop Dogg’s Father Hood“) am laufen. Welch ein Wunder, dass seine Zeit gereicht hat, mit „Ego Trippin’“ sein inzwischen neuntes Studioalbum aufzunehmen.

Zur Entspannung zieht Snoop D-O-Double-G im Intro erst mal eine gepflegte Sportzigarette durch und gibt dem Hörer einen kurzen Einblick, was diesen in den nächsten fast 80 Minuten erwartet: Zusammen mit Produzent Teddy Riley (Blackstreet, *Nsync, Michael Jackson, Mel B.) und dem Rapper-Kollegen DJ Quik als „ADT Music Group“ hat Snoop Dogg ein klassisches Westcoast-Album ohne großen Schnickschnack und ohne eine aufgeblasene Star-Ansammlung aufgenommen. Zwar sind entgegen der Ankündigung mit Too Short, Mistah F.A.B., Raphael Saadig und Charlie Wilson doch ein paar Gäste an Bord, aber Star-Power haben diese nicht wirklich.

Dass eine Platte ohne ellenlange Feature-List dennoch funktioniert, zeigt „Ego Trippin’“ recht eindrucksvoll. Mit der Mischung aus altbewährtem G-Funk und Gangsta Rap, erfindet sich Snoop Dogg sicher nicht neu, doch er liefert einen weiteren Beweis dafür ab, dass man auch nach 16 Jahren konstant gute Alben abliefern kann, die nicht langweilen und hier und da ein paar Hits abliefern wie „Sensual seduction“, die erste Singleauskopplung, die auf der Explicit Version des Albums „Sexual eruption“ heißt. Also bitte nicht wundern! Man glaubt es kaum, aber auf dem Track singt (!) Snoop die meisten Parts im Stile eines R&B-Crooners, was für so manchen Fan ein Schock sein dürfte. Aber wie wir wissen, ist Snoop Dogg schon lange nicht mehr auf reinrassigen Gangsta Rap limitiert. Und so sind die 21 Tracks eine interessante Reise durch etwas härteren Rap („Whateva u do“), Country & Western (!) („My medicine“), funky Club Sounds („Sets up“) – gerne auch im Prince-Stil („Cool“) – und smarten R&B („Been around tha world“).

Das macht durchweg Spaß, auch wenn Snoops Raps diesmal eher gemäßigt ausgefallen sind und sich der Musik unterordnen. Verrückte Sprachkreationen sucht man auf „Ego Trippin’“ jedenfalls genauso vergeblich wie die ganz harte Sprache der Straße. Aber wie gesagt: Snoop D-O-Double-G ist inzwischen in der Popmusik angekommen. Ein bisschen jedenfalls...

Anspieltipps:

  • Cool
  • Gangsta like me
  • Sexual eruption
  • Life of da party
  • Staxxx in my jeans
  • Deez Hollywood nights
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5.5/10

Einzimmervilla
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