Björn Kleinhenz - Quietly Happy And Deep Inside - Cover
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Björn Kleinhenz Quietly Happy And Deep Inside


  • Label: DevilDuck/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Was bitte darf man von einem schwäbischen Schweden erwarten? Der in Stuttgart geborene und in Schweden aufgewachsene Björn Kleinhenz hat eine wunderschöne Antwort parat. „Quietly Happy And Deep Inside“ nennt er sein bereits drittes Album, das in melancholischer Melodienseligkeit badet. In Kleinhenz steckt eine romantische Seele und die Song-Ideen ent-standen auf einer gestohlenen Akustik-Gitarre. Er selbst sagt: „Sie wurden alle mit einem Schwarm Heuschrecken in meinem Kopf gesungen, im ersten Stock des unwirtlichsten Hauses in Linnéstan in einem dunklen kerzenbeschienen Zimmer, in dem das Wasser von der Decke in einen Eimer direkt vor meinen Füßen heruntertropfte.“ In den traurigsten Momenten des Albums schwingen diese Bilder auch mit, jedoch mit ausreichend Sonnensschein, der in Kleinhenz’ Herz strahlt und den Horizont über die Zimmerdecke hinaus ausleuchtet.

Vom ersten Takt an zieht Kleinhenz den Hörer in seine emotionale Welt, die mit „At Night We Die“ ihren Anfang nimmt. Wer möchte da nicht gerne mitsterben, wenn man ein solches Kleinod an melancholischer Schönheit zu hören bekommt. Auf allen elf Songs singt der Deutsch-Schwede mit sanfter, zugleich würdevoller Stimme und man nimmt ihm jede Zeile ab. „Say you want to see that smile upon my face/well I’m sorry, they just don’t come for free” singt er herzerweichend auf dem bittersüssen “I Whisper, He Lives”. Ausgezeichnete Begleitmusiker sorgen für die besondere Note respektive Noten. Anders Danielsson bringt der Pedal Steel die Töne zwischen Weh- und Wohlklang bei, Per Larsson setzt mit Piano, Trom-pete und Banjo ganz wundersame Akzente, die sich hervorragend ins Gesamtbild fügen. Glei-ches gilt für die Chorstimmen von Therése Kjellvander und Susanna Brandin, die Kleinhenz’ Gesang mit honigsüßem Labsal umschmeicheln. Andreas Lassus und auf zwei Songs Max Sjöholm sorgen für ein federndes Schlagzeugspiel.

Die einzelnen Teile des ganzen Albums fließen so organisch zusammen, dass bei aller Melan-cholie der Lieder einem einfach warm ums Herz werden muss. Die feinsinnig ausgearbeiteten Arrangements setzen dem Ganzen die Krone auf. Wie die Streicher ihren wattewolkigen Zau-ber entfalten, kann auf „At Night We Die“ und „Fast And Slow“ nachgehört werden. Wer mit dem Begriff Americana-Pop etwas anfangen kann und Tonträger von wahlweise Kristofer Aström, Go-Betweens, Christian Kjellvander, Tiger Lou oder Elliott Smith sein eigen nennt, für den ist „Quietly Happy And Deep Inside“ geradezu ein Pflichtkauf. Ein schwäbischer Schwede mit amerikanischer Seele, der die Herzen der Hörer erst bricht und dann wieder zu-sammensetzt. Der kann alles, sogar Englisch und Schwedisch. Prima Songs schreiben sowieso! In der viel bemühten besseren Welt wäre er ein ganz Großer.

Anspieltipps:

  • At Night We Die
  • I Whisper, He Lives
  • Princes
  • Fast And Slow
  • Tredje Långgatan 26

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