Counting Crows - Saturday Nights And Sunday Mornings - Cover
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Counting Crows Saturday Nights And Sunday Mornings


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Counting Crows melden sich eindrucksvoll zurück und es ist ihnen zu wünschen, dass sie dieses sehr hohe Niveau halten können.

Es gibt lobenswerterweise noch Bands, die einen überraschen können. Adam Duritz und seine Mannen von den Counting Crows legen mit der neuen CD ein Konzeptalbum vor: Ein recht einfaches Konzept, denn erst wird richtig gerockt und damit der Albumtitel „Saturday Nights“ gerechtfertigt: Die ersten sechs Songs sollen musikalisch eine wilde Partynacht darstellen. Die zweite Hälfte, den „Sunday Mornings“ gewidmet, ist dem bösen Erwachen nach der Feier vorbehalten, akustische Katermusik wird gereicht, wobei es dann sogar acht Tracks gibt, die Duritz gewohnt leidend ins Mikro zaubert.

Der Opener bläst den Hörer regelrecht weg, da schüttelt man den Kopf, das soll die Folkpop-Band sein, die mit „Mr.Jones“ ihren größten Singlehit hatte? Sänger und Songschreiber Duritz kämpft sich mit seiner ausdrucksstarken Stimme durch ein Riffgewitter, das jeder Hardrockband Ehre gemacht hätte. Auch „Hanging Tree“ wirbelt ganz schön Staub auf, immer wieder steigt die Gitarrenfraktion eindrucksvoll, ohne die gute Melodie zu verlieren, ein. Mit „Los Angeles“ kehrt dann etwas mehr Ruhe ein, doch die E-Gitarren verstummen aber keineswegs und der eingängige Song gehört in die Kategorie radiotauglich und ist einfach gut komponiert. Nachdem noch zwei sehr gute Tracks folgen, kann man das Werk des Produzenten Gil Norton (Foo Fighters, The Pixies) betrachten: Die sechs ersten Tracks weisen echte Klasse auf und punkten durch hervorstechende rockige Härte gekoppelt mit gekonnter Melodieführung, die den Counting Crows ausgesprochen gut steht. Im zweiten Teil vertraute die Band dem Produzenten Brian Deck (Modest House), der die weiche Seite von Rastamann Adam Duritz wieder hörbar zum Vorschein bringt:

Die akustische Gitarre wird herausgekramt und es geht sehr gefühlvoll in den zweiten Teil, der Balladen wie „Washington Square“ oder „Anyone But You“ bereithält, die einfach intensiv berühren. Mit ihrem akustischem Folkrock, der zwischen sanft und treibend wechselt, begeistern die Amerikaner ja schon seit Jahren und nun zeigen sie noch mal richtig wie gut sie das beherrschen. Allein „Ballet d'Or“ beinhaltet so atemberaubende Tempowechsel und musikalische Momente, das reicht schon fast für mehrere Songs und zu so einem echten Meisterwerk darf man der fünfköpfigen Band wirklich gratulieren, da dieser Song diesmal von allen zusammen komponiert wurde und nicht nur - wie üblich - Duritz daran arbeitete. Man kann schon ein wenig streiten, ob bei besserer Verteilung der schnellen und ruhigeren Tracks dieses Album noch besser abschneiden würde, aber eines steht fest: Die Counting Crows melden sich eindrucksvoll zurück und es ist ihnen zu wünschen, dass sie dieses sehr hohe Niveau halten können, welches sie mit diesem fünften Longplayer an den Tag legen.

Anspieltipps:

  • Hanging Tree
  • Los Angeles
  • Washington Square
  • Anyone But You
  • Ballet d'Or

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