Panic! At The Disco - Pretty.Odd - Cover
Große Ansicht

Panic! At The Disco Pretty.Odd


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Pretty.Odd“ ist ein echter Volltreffer und eines der besten Alben des noch jungen Jahres.

Das Warten hat nun schließlich ein Ende: Hier ist es also, das brandneue Album der Jungs von Panic At The Disco. Im nun dritten Jahr nach dem Erscheinen des Erstlings „A Fever You Can’t Sweat Out“ geht jetzt der Neuling „Pretty.Odd“ an den Start – und muss in durchaus große Fußstapfen treten: Denn die Messlatte, die das 2005er Debütalbum mit über 2,2 Millionen verkauften Exemplaren gesetzt hat, gilt es nun zumindest anzukratzen. Das in dieser Situation oftmals verwendete Patentrezept ist leicht – belassen wir alles beim Alten, dann wird der Erfolg schon kommen – aber in vielen Fällen nicht wünschenswert, erstickt es doch oftmals jegliche Kreativität schon im Keim.

Aber genug der Theorie: Brendon Urie, Spencer Smith, Ryan Ross und Jon Walker müssen diesem Beispiel ja nicht verhaftet sein – vielleicht geht „Pretty.Odd“ ja auch einen eigenen Weg. Das Ganze beginnt mit einer fast schon an ein Konzeptalbum beginnenden Einführung ins Geschehen, „We’re So Starving“ bereitet dem Hörer den Weg hinein in die Platte. „Nine In The Afternoon“ dürfte dem Ein oder Anderen schon aus dem Radio bekannt sein – hier handelt es sich um eine recht poppige Nummer mit eingängiger Melodie. „She’s A Handsome Woman“ ist etwas flotter, verfügt über eine originelle Bassline und vermag auch textlich zu überzeugen. „Do You Know What I’m Seeing“ ist wiederum etwas ruhiger, nicht zuletzt bedingt durch die verwendeten Akustikgitarren. „That Green Gentleman (Things Have Changed) ist wieder recht schnell, poppig und 100%ig eingängig. „I Have Friends In Holy Spaces“ verfügt über ein sehr stilvolles Ukulelen-Intro, 30er-Jahre Charakter und das dazugehörige Vinyl-Schallplatten-Gekratze – sehr genial.

„Northern Downpour“ ist hingegen wieder deutlich kommerzieller und erscheint irgendwie schon mal gehört, jedoch keineswegs schlecht. „When The Day Met The Night“ beginnt etwas düster, vermag dann aber richtiges Mitsing-Potential zu entwickeln. „Pas De Cheval“ ist die deutlich schnellste Nummer des Albums, bedingt auch durch die treibenden Drums. „The Piano Knows Something I Don’t Know“ ist zwar ganz nett, aber insgesamt etwas unscheinbar, Ähnliches gilt für „Behind The Sea“. „Folkin‘ Around“ ist ein weiteres stilistisches Highlight der Platte, der Name ist absolut Programm und macht richtig Spaß. „She Had The World“ beginnt im wahrsten Sinne des Wortes klassisch – bitte auf die Tanzfläche meine Damen und Herren, hier werden Erinnerungen an die „Française“ aus Tanzschulzeiten wach. „From A Mountain In The Middle Of The Cabins“ ist etwas jazzig angehaucht, zugleich auch wieder etwas schneller. „Mad As Rabbits“ ist nochmal ein richtig poppiger und flotter Track am Ende der Scheibe – Ohrwurmgarantie inklusive.

Nach 49 Minuten ist der Zauber dann vorbei – und man muss den Jungs aus Las Vegas echt ein dickes Kompliment machen: Sie haben sich eben nicht am oben genanntem Patentrezept bedient sondern liefern ein richtig kreatives Album mit einer Vielzahl stilistischer Überraschungen ab. Getreu dem Motto: Was der alte Plattenschrank so hergibt, das nehmen wir mit ins Studio. Insgesamt hat die Scheibe keine wirklichen Aussetzer, lediglich zwei oder drei Songs haben nicht den allerletzten Kick – auf der anderen Seite überzeugt aber eine Vielzahl der Tracks vollends. Somit lässt sich nur sagen: „Pretty.Odd“ ist ein echter Volltreffer und eines der besten Alben des noch jungen Jahres.

Anspieltipps:

  • Nine In The Afternoon
  • That Green Gentleman
  • I Have Friends In Holy Spaces
  • Folkin’ Around

Neue Kritiken im Genre „Rock/Pop“
Diskutiere über „Panic! At The Disco“
comments powered by Disqus