Paul Epic - South Of Heaven, North Of Hell - Cover
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Paul Epic South Of Heaven, North Of Hell


  • Label: Beeshive Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ein Extremsportler wird zum Rockmusiker“ – schön, wenn man eine ganze DIN-A-4-Seite Biographie-Blabla auf fünf Wörter eindampfen kann. Denn für Außenstehende bzw. Nicht-Amerikaner ist es nicht wirklich interessant, was der Herr mit dem tätowierten Astralkörper in seinem bisherigen Leben schon so alles auf die Beine gestellt hat. Nun ja, und nun singt er auch noch, der gute Paul Epic, oder wie auch immer er im richtigen Leben heißen mag. Und eine Band hat er auch gegründet. So richtig kernig, auf den Spuren von Nickelback und Konsorten. Und wenn nicht alles täuscht, erscheint das neue Hobby von Paulchen Epic sogar auf seinem eigenen Label – oder dem eines Kumpels. Ist auch egal.

„South Of Heaven, North Of Hell“ ist purer US-Mainstream-Hardrock, der langweiliger nicht sein könnte. Gitarrist Mike K. krebst mit seinen Riffs irgendwo in den 80er Jahren herum, möchte aber wie es scheint wie ein junger Nu-Metal-Hüpfer klingen („Truth“). Entsprechend breiig und laut sind die Songs generell auf vollen Anschlag abgemischt. Da kommt die erbärmlich dünne Stimme von Paul Epic kaum mit („All that we longed for“). Ständig muss der Gute gegen eine schreckliche, auf Radioeinsätze getrimmte Wall of Sound anbrüllen („Save me“) und geht folglich bereits beim Opener „I am“ ziemlich baden. Das Schlimme: Besser wird es auch später nicht. Dazu ist die Kompositionskunst der Paul-Epic-Kapelle zu beschränkt, eintönig und maximal auf Zweitliganiveau.

Selbst wenn Paule und Co. mal eine Ohrwurmmelodie gelingt – und das versuchen die Herrschaften in jedem verdammten Song! – ist der Rest des Liedes verzichtbarer Dicke-Eier-Quatsch, mit dem schon vor 20 Jahren kein Blumentopf mehr zu holen war („Your song“, „She’ll come home“) oder tausendfach gehörter Powerballadenmumpitz („Ours to have“). Das Hauptmanko ist und bleibt aber der übertrieben wuchtige Sound, mit dem jeder im Ansatz noch so gute Song komplett an die Wand gedrückt wird. Welcher Teufel hat die Burschen hier nur geritten?

„Alle Regler nach rechts“ hieß die Devise im Studio bei den Aufnahmen zu „South Of Heaven, North Of Hell“. Für den Hörer lautet sie genau umgekehrt. And then there was Silence… Danke.

Anspieltipps:

  • Faster
  • Your song
  • Ours to have
  • Say you’ll stay tonight
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