Bonfire - The Räuber - Cover
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Bonfire The Räuber


  • Label: LZ Records/ALIVE
  • Laufzeit: 71 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Räuber“ klingt im ersten Moment nach einem unnötigen Versuch, dem gescheiterten Heavy-Metal-Hörspiel „Gods Of War“ von Manowar nachzueifern.

Zwei Jahre nach ihrem letzten Studioalbum „Double X” (04/2006) melden sich die Ingolstädter Hardrocker von Bonfire mit einem neuen Werk zurück. Doch Obacht! Dabei handelt es sich nicht um eine weitere Fortsetzung des von Mitte der 80er bis Anfang der 90er Jahre erfolgreichen Melodic-Hardrock-Stiefels der Bajuwaren, sondern um ein ambitioniertes Konzeptalbum im Stile eines Rock Musicals, das auf Friedrich Schillers Sturm-und-Drang-Drama „Die Räuber“ basiert.

Hoppla, das klingt im ersten Moment nach einem unnötigen Versuch, dem gescheiterten Heavy-Metal-Hörspiel „Gods Of War“ (02/2007) von Manowar nachzueifern, entpuppt sich aber zum Glück als einigermaßen gelungene Verbindung von Theater und harter Rockmusik. Die Band um Sänger Claus Lessmann und Gitarrist Hans Ziller liefert dazu guten alten 80er-Jahre-Hardrock ab, der mit ins Englische übersetzten Originaltexten von Friedrich Schiller kombiniert wird, was allerdings den wenigsten auffallen dürfte. Abseits der Theaterbühne, auf der „The Räuber“ ab dem 16. Februar 2008 in Ingolstadt zu sehen und hören ist, ist das – mit Verlaub – auch ziemlich wurscht. Dafür kommt auf dieser Platte die große Bonfire-Stärke eindrucksvoll zur Geltung.

Die Herren Lessmann/Ziller sind genau wie vor 20 Jahren in der Lage, eingängige Melodien und Riffs zu schreiben, mit denen man sich nicht hinter den Champions-League-Teilnehmern des internationalen Hardrocks verstecken muss. Auffällig ist allerdings, dass das eine oder andere stilistische Element nicht mehr ganz taufrisch klingt und so manches Déjà-vu auf den Hörer wartet. Es handelt sich zwar nur um Kleinigkeiten, bei denen man schon ganz genau hinhören muss, aber sei’s drum. Wir verbuchen hier ein bisschen Kiss („The good die young“), dort etwas Bon Jovi („Let me be your water“), Cinderella („Time”) oder sogar Metallica („Father’s return“), um nur ein paar Beispiele zu nennen. Doch das macht gar nichts. Denn irgendwie ist das Ganze eine ziemlich coole Nummer, die Bonfire hier abziehen – auch wenn der Sound der in Eigenregie produzierten Platte mitunter etwas dünn ausfällt. Die Zeit der großen Major-Budgets ist eben schon länger vorbei.

Anspieltipps:

  • Time
  • Love don’t lie
  • Bells of freedom
  • Do you still love me
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