Orson - Culture Vultures - Cover
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Orson Culture Vultures


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Orson sind (Zitat) „ein paar übergeschnappte Jungs aus Los Angeles“, die gleich mit ihrem spottbillig eingespielten Debütalbum „Bright Idea“ (VÖ: 08/2006, Produktionskosten: 5.000 Dollar), das beim Majorlabel Mercury Records erschien, in Platin-Verkaufsregionen vorgestoßen sind. Das ist heutzutage nicht gerade an der Tagesordnung und bedeutete sowohl für die Band als auch für ihre Plattenfirma eine satte Rendite.

Mit „Culture Vultures“ melden sich Sänger Jason Pebworth, die Gitarristen Kevin Roentgen und George Astasio, Bassist Johnny Bentjen sowie Drummer Chris Cano nun zurück. Und wieder kennt die gute Laune keine Grenzen. Die im englischen Manchester entdeckte Band klingt britischer als je zuvor und schmeißt ihren Hörern eine radiotaugliche Hitmelodie nach der anderen um die Ohren. So ähnlichen machen es auch die US-Kollegen von Rooney, die man ebenfalls für eine Band aus der Sparte „Beach Boys meet BritPop“ halten könnte. Da ist es auch nicht schlimm, wenn beiden Gruppen der Status Rockband nicht zuerkannt werden kann, auch wenn Orson noch so sehr darum kämpfen. Gitarrist George Astasio: „Natürlich haben wir auch unseren Hang zum Pop erneut ins Spiel gebracht, allerdings haben wir dieses Mal ordentlich schwere Geschütze aufgefahren, für all diejenigen, die sich noch an KISS erinnern. Wir sind härter.“

Das ist so ziemlich die charmanteste Lüge, die man in den letzten Jahren im Musik-Biz hören bzw. lesen durfte. Klar, die Jungs haben gleich zwei Gitarristen an Bord. Doch kein einziger Song ihres zweites Albums nutzt diese in einem Maße, dass er nicht auf jeder x-beliebigen ultra-sanften Kuschelrock-Compilation auftauchen könnte. „God gave Rock’n’Roll to you“? Mitnichten! Da helfen auch keine Hilferufe wie im Song „Radio“: „Am I too young? Am I too old? Is there something wrong with the radio? It doesn’t rock. It doesn’t roll“. Deshalb: Das Wort „Rock“ im Zusammenhang mit Orson wird ein für allemal gestrichen!

Dafür saugen wir lieber eine geballte Ladung vorsommerlicher Gute-Laune-Hitzefrei-Lieder auf, die sich streckenweise am Sound von Maroon 5 orientieren („Cool cops“, „Ain’t no party“) und bei aller Eingängigkeit nie peinlich oder zu cheesy wirken. Dennoch bleibt auch hier Luft nach oben. Eine überdimensionale Hymne bleibt dem Album nämlich versagt. Und die braucht es doch irgendwie, um aus der Masse herauszuragen.

Anspieltipps:

  • Radio
  • Gorgeous
  • Cool cops
  • Debbie’s gone
  • The contortionist
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