Ina Müller - Liebe Macht Taub - Cover
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Ina Müller Liebe Macht Taub


  • Label: 105 Music/SonyBMG
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Neben insgesamt fünf bis sechs sehr starken Titeln, gesellen sich auf „Liebe macht taub“ auch diverse Problemkinder ins Programm.

Nach einer Serie hervorragender Live-Hörbücher und dem mit Gold ausgezeichneten Labeldebüt für 105 Musik, „Weiblich. Ledig. 40“ (2006), legt Ina Müller mit ihrem neuen Album „Liebe macht taub“ das zweite, zumindest streckenweise leicht enttäuschende Werk nach dem schlagerartigen „Das große Du“ (2004) vor.

Inhaltlich dreht sich diesmal fast alles um das eine, große Thema „Liebe“ – und zwar mit allem was dazu gehört: Aktuelle und Ex-Männer, beste Freundinnen und blöde Smalltalks, Beziehungen und Trennungen. Untergebracht wird das Ganze in einem Gemischtwarenladen aus Schlager, Pop, Country, Rockabilly und Soul. Das liest sich auf dem Papier zumindest nicht uninteressant und stellt ja auch so etwas wie eine Parallele zum Vorgänger dar, nur die Umsetzung ist heuer nicht zu 100% gelungen.

Die Songs des Vorgängers hatten sowohl inhaltlich als auch musikalisch richtigen Pfiff. Zusammen mit Frank Ramond, dem Texter und Produzenten von Annett Louisan, entstand eine wunderbar instrumentierte Platte, die herrlich abwechslungsreiche Texte mit atmosphärischen Klängen verband. Da machte das Zuhören durchgehend Spaß. Warum auch immer, hat sich auf „Liebe macht taub“ einiges zum Negativen verändert. Auch wenn das Team Hardy Kayer, Frank Ramond und Ina Müller nur wenig Neues ausprobiert, ist das Ergebnis ungleich beliebiger und austauschbarer. Zwar gibt es mit „Drei Männer her“, „Wenn du fliegst“ und „Mein Herz“ drei großartige und absolut hitverdächtige Singleanwärter – doch damit ist das Pulver auch schon fast verschossen.

Neben insgesamt fünf bis sechs sehr starken Titeln, gesellen sich auf „Liebe macht taub“ auch diverse Problemkinder ins Programm. Denn nur mit Wortwitz alleine sind Lieder wie „Mark“, „Maxi-Cosi“, „Mr. Big“ und der Titelsong sicher nicht zufriedenstellend. Hier wirkt Ina Müllers Musik plötzlich wie von der Stange und zu sehr auf poppig gestylt. Mit Songs wie „Du schweigst“, „Ich will wieder leben“ und „Zurück in Muttis Bauch“ legt sich sogar eine, den Texten geschuldete, bleierne Schwere über das Album. Mit dieser negativ angehauchten Atmosphäre wird der Höreindruck geschmälert und das Vergnügen hält sich leider in Grenzen.

Anspieltipps:

  • Smalltalk
  • Mein Herz
  • Wenn du fliegst
  • Drei Männer her
  • Wir sanieren unsere Beziehung

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