The Black Keys - Attack And Release - Cover
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The Black Keys Attack And Release


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„After doing four albums in the basement, we were ready to go somewhere else“ erklärt Sänger und Gitarrist Dan Auerbach, der gemeinsam mit Schlagzeuger Patrick Carney das Duo The Black Keys bildet, über den Wandel ihr fünftes Album “Attack & release” im Gegenzug zu den sonst vollständig im Alleingang geschaffenen Lo-Fi Werke erstmals mit einem richtigen Produzenten an ihrer Seite zu entwerfen. Dass es gerade Brian Burton alias Danger Mouse sein sollte, der im Mai 2005 mit Cee-Lo als verrücktes Pärchen namens Gnarls Barkley die Platte „St. Elsewhere“ mit dem kultverdächtigen Song „Crazy“ veröffentlichte, lag an dem Umstand zusammen mit Burton und R&B-Legende Ike Turner ein Album aufzunehmen. Noch bevor Tina Turners Ex-Ehemann im Dezember letzten Jahres unerwartet verstorben war, hatte das Duo bereits zaghaft bei Soundtüftler Danger Mouse angefragt, ob er nicht ihr neuestes Oeuvre produzieren wollte.

So kam es, dass The Black Keys ihre Sachen packten, den muffigen Keller verließen den sie „Studio“ nannten und sich im Suma, einem (nach eigenen Angaben) ebenfalls etwas heruntergekommenen Ort um Platten aufzunehmen, einnisteten und an dem vor Blues, Schweiß und Tränen nur so strotzenden Nachfolgewerk zu „Magic potion“ (09/2006) arbeiteten. Wer jetzt denkt, die guten alten Zeiten der in Analogie schwelgenden Vorgänger gehören durch die Anwesenheit Burtons und dem Suma der Vergangenheit an, der hat die Rechnung definitiv ohne den Wirt gemacht. Schließlich wollten nicht nur Auerbach und Carney ihren Sound beibehalten, auch Danger Mouse verpasste dem Ganzen einen natürlichen Anstrich, wodurch „Attack & release“ seine dynamische Tiefe und ruppige Seite in jeder Sekunde beibehalten hat.

Überhaupt ist das Wechselspiel zwischen laut und leise im Zeitalter der dynamischen Kompression (alle Pegelspitzen werden auf eine Lautstärke gebracht) ein wahrer Segen, der gleich zu Beginn der Platte voll ausgenutzt wird, wenn „All you ever wanted“ noch einen zaghaften und geradezu unsicheren Einstieg bildet, während „I got mine“ den Hörer schon ordentlich rockend und rollend vom Stuhl bläst. In weiterer Folge packen The Black Keys ihre Rhythmussektion aus, lassen das Schlagzeug in „Strange times“ und „Lies“ herrlich übersteuern und knallen in den einzelnen Songs eine packende Melange aus harten Rockriffs und schwelgerischem Blues heraus, die mit jedem Durchgang an Intensität hinzugewinnt.

Etwas spezielles haben sie sich für den Song „Remember When“ einfallen lassen, der sich in zwei unterschiedlichen Varianten präsentiert. „Side A“ ist die zurückhaltende Fassung im Schunkel-Takt und im Gegensatz dazu fegt „Side B“ als rockendes Ungetüm durch die Boxen. In „Same old thing“ gibt es (wie auch auf dem Rest der Platte in einigen Stücken) Unterstützung von Patricks Onkel, Multiinstrumentalist Ralph Carney, der hier sein Können auf der Querflöte unter Beweis stellt oder an anderer Stelle an der Hammond Orgel in die Tasten hauen darf. Mit dem gesetzteren Abschluss „Things ain´t like it used to be“ liefert sich Auerbach ein Duett mit der 18jährigen Country-Sängerin Jessica Lea Mayfield, die dem Song eine ganz eigene Note verleiht und den fünften Output wie erwartet ohne einen einzigen Ausfall beschließen lässt. „I´m more pleased with the sound of this record than any we´ve ever made” gibt Patrick zu Protokoll. Damit sollte alles gesagt sein.

Anspieltipps:

  • Lies
  • I Got Mine
  • So He Won´t Break
  • Oceans And Streams
  • Things Ain´t Like They Used To Be

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