The Pineapple Thief - What We Have Sown - Cover
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The Pineapple Thief What We Have Sown


  • Label: Cyclops Records
  • Laufzeit: 57 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem sechsten Longplayer soll alles besser werden für The Pineapple Thief. Wenn schon nicht die ganz große Masse elektrisiert werden kann, so will man doch wenigstens eine bedeutende Rolle im Progressive Rock einnehmen. Dafür wurde das Album, mal wieder, als der bislang beste Output des Fünfers angepriesen. Schön zu hören, dass Mastermind Bruce Soord auf „What We Have Sown“ jedoch keineswegs poppigere Elemente um des kommerziellen Erfolges Willen in den Bandsound integriert. Eingespielt wurde das Album in der Stammformation bestehend aus Bruce Soord (Gesang, Gitarre, Keyboard), Jon Sykes (Bass), Wayne Higgins (Gitarre), Keith Harrison (Drums) und Steve Kitch (Keyboard).

Die knapp eine Stunde Spielzeit verteilt sich auf sechs Songs, das abschließende „What Have We Sown“ ist dabei mit siebenundzwanzig Minuten Spielzeit das absolute Herzstück des Albums. Der Opener „All You Need To Know“ lockt den Hörer erst mal auf eine falsche Fährte, Akustikgitarre, Streicher und Soords Gesang harmonieren perfekt und setzen sich sofort im Gehör fest, nehmen den Hörer gefangen. Eingängig und poppig, jedoch auf hohem, radiotauglichem Niveau, ergibt man sich den Klangwelten, die Pineapple Thief malen, spätestens mit Einsetzen der Drums. Weniger poppig und mehr Pineapple Thief ist das folgende „Well I Think That’s What You Said?“, das an Radiohead erinnert, bevor dann erstmals der Prog-Rock aus Pineapple Thief herausbricht. Die kurz angedeutete Gitarrenwand löst sich jedoch sofort wieder auf und die verbleibenden Töne gleiten in „Take Me With You“ über. Die wohl schon tausend Mal gehörten Vergleiche mit Porcupine Tree werden spätestens angesichts dieses Songs unvermeidlich.

Das folgende achtminütige Instrumental „West Winds“ wankt erst zwischen harten Gitarrenriffs im Stile der späten Mogwai, zerbrechlichen Melodien und elektronischen Elementen à la Archive, bevor Soord diese virtuos miteinander kombiniert, das Klangbild, das entsteht ist mächtig ohne zu protzen, jeder Klang steht im Dienste des Songs, dadurch wirkt alles homogen und irgendwie leichtfüßig. Alles erscheint logisch, nichts verkopft, mitreißender Progressive Rock par excellence. „Deep Blue World“ erinnert stark an „All You Need To Know“ und „Take Me With You“. Zu stark. Wieder eine wunderschöne Melodie, doch auch wieder die gleiche Verpackung mit Streichern, zurückhaltender Gitarre, verspätet einsetzenden Drums und Soords Gesang, der dem Song keine andere Richtung zu geben vermag. Klar eine Schwachstelle, manchmal ist Soords Gesang einfach zu dünn, vor allem, wenn er nicht von überragenden Kompositionen getragen wird, fällt das auf. Damit bildet „Deep Blue World“ nicht mehr als ein Zwischenspiel zum Höhepunkt des Albums „What Have We Sown?“

Man kann diesen epischen 30-Minüter als Gegenstück zu Porcupine Trees „Anesthetize“ sehen. Der Fast-Titeltrack zeigt aber auch, dass Pineapple Thief es geschafft haben sich abseits des Schattens der großen Porcupine Tree eine Nische zu erschaffen in der Progressive Rock noch ohne allzu viele harte Gitarrenriffs auskommt, in der die die großen Melodien und Harmonien zelebriert werden. Aber: Mehr kommerziellen Erfolg als den sehr spärlichen der Vorgängeralben wird wohl auch „What We Have Sown“ nicht einbringen. Was Hoffnung macht: Der siebte Longplayer „Tightly Unwound“ steht bereits in den Startlöchern, ist für den 19.Mai diesen Jahres angekündigt und ab da soll alles besser werden. Auf der Bandhomepage wurde „Tightly Unwound“ vorsorglich schon mal als das bislang beste Album des Fünfers angepriesen. Da kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen!

Anspieltipps:

  • All You Need To Know
  • West Winds
  • What Have We Sown

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