Firewind - The Premonition - Cover
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Firewind The Premonition


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wird der Freund melodischer Schwermetallklänge gefragt, wo die erfolgreichsten Power-Metal-Bands herkommen, fallen wahrscheinlich drei Ländernamen: USA (Manowar, Iced Earth), Finnland (Stratovarius, Sonata Arctica) und Deutschland (Helloween, Gamma Ray). Da wird es viele vielleicht verwundern, dass sich ausgerechnet eine griechische Band besagten Genres in ihrem Heimatland mit einem Album („The Allegiance“) in den Top 10 und gleich zwei Singles („Falling To Pieces“, „Breaking The Silence“) in den Top 20 der Charts platzieren konnte. Eben diese Band legt mit „The Premonition“ nun den Nachfolger vor, der an solche Erfolge anknüpfen und den Ruf in der internationalen Metalszene festigen soll. Somit startet das Album auch gleich mit einem typischen Power-Metal-Song, double bass Gewitter, Keyboardteppiche und Mitsing-Refrain inklusive. Der Fan bekommt hier die Vollbedienung, denn „Into The Fire“ gehört sicherlich schon zu den Highlights der Scheibe. In die gleiche Kerbe schlägt auch „Remembered“, allerdings zeigen Firewind, dass das Ganze mit Songs der Marke „Head Up High“, „Mercenary Man“ und „Angels Forgive Me“ auch eine Ecke langsamer geht. Bei letzterem haben erstmals vor allem die Keyboards das Sagen. Im Gesamtvergleich fällt das Stück allerdings etwas schwächer aus.

Wie bei vielen Genrekollegen gehören aber auch bei Firewind gerade die ruhigeren Klänge zu den Höhepunkten der Scheibe. Die erste Halbballade kommt mit „My Loneliness“ günstig platziert etwa zur Mitte. Im CDstarts.de-Interview erzählte Bandchef und Gitarrist Gus, dass die typischen Klänge von Scorpions-Balladen dafür Pate standen. Und tatsächlich lassen sich gewisse Parallelen nicht von der Hand weisen. In Sachen Melodieführung und Powerrefrains haben Firewind offensichtlich gut bei den Hannoveranern gelernt, wobei anzumerken ist, dass das Organ des Sängers Apollo Papathanasio in den Ohren des Rezensenten weitaus angenehmer klingt, als das des Scorpions-Frontmanns. In der zweite Albumhälfte geht es weiter im gerne bemühten Midtempo-Bereich („Circle Of Life“) sowie mit einer weiteren Speed-Metal-Hymne („The Silent Code“), bevor kurz vor Schluss eine dicke Überraschung aus den Boxen dröhnt: Firewind haben aus dem „Flashdance“-Soundtrack-Song „Maniac“ tatsächlich einen Heavy Rocker mit Hand und Fuß gemacht. Jedermanns Sache ist das sicher nicht, allerdings als Experiment durchaus unterhaltsam anzuhören. Den endgültigen Abschluss macht dann „Life Foreclosed“, eine Nummer, die düster zwischen ruhigen und unerwartet harten Stellen wechselt.

Einen echten Ausfall gibt es auf diesem Album nicht zu hören, wirkliche Hits sind allerdings auch spärlich gesät. Positiv fällt jedenfalls auf, dass sich der genretypische Kitschfaktor auf dieser Veröffentlichung sowohl textlich, als auch musikalisch in Grenzen hält. Auch an der Produktion ist wenig auszusetzen: die Songs kommen mit ordentlich Druck aus den Boxen. Ein kleines Manko bleibt jedoch: wirklich Neues wird auf diesem Album nicht geboten. Speed Metal, Keyboards, Ohrwurm-Refrains und balladeske Klänge. All das ist man von einem Power-Metal-Album gewohnt. Somit ist „The Premonition“ sehr gehobene Kost für den Genre-Fan, für alle anderen aber wohl eher uninteressant.

Anspieltipps:

  • Into The Fire
  • Head Up High
  • My Loneliness

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