The Pineapple Thief - Variations On A Dream - Cover
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The Pineapple Thief Variations On A Dream


  • Label: Cyclops Records
  • Laufzeit: 63 Minuten
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9.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

The Pineapple Thief mauserten sich in den letzten Jahren zu den heimlichen Lieblingen aller Prog-Puristen, genießen insgesamt aber nicht annährend die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätten. Genrefremde runzeln bei dem Bandnamen ohnehin die Stirn, aber auch der Genrekundige muss zunächst einen gedanklichen Brückenschlag von den namensähnlichen Porcupine Tree vornehmen. Dass die Verwandtschaft nicht nur dem Namen nach, sondern auch musikalisch und vor Allem im Bezug auf die melancholische Ausdrucksstärke der Musik besteht, bewies die Band mit ihrem 2003 veröffentlichten Meisterwerk „Variations on a dream“.

Hier verwob die Truppe um Bruce Scoord die Entrücktheit des psychedelischen New-Art-Rocks mit britischer Leichtfüßigkeit - und ließ ihre Vorbilder wie Porcupine Tree, Radiohead & Co. damit teilweise verdammt alt aussehen. Den Höhepunkt des melancholischen Gefühlstrips stellt das tief verträumte „Vapour trails“ dar. Ein Song, dessen Intensität den Hörer von allem Irdischen entkoppelt und in Sphären jenseits aller Vorstellungskraft katapultiert. Versprochen! Aber selbst bei weniger episch konzipierten Liedern wie dem nachfolgenden „Run me through“ erzeugen die so simpel wie effektiv gehaltenen Melodien eine einlullende Gänsehaut, an der alles Negative dieser Welt zu branden scheint wie Wasser auf glatten Fels. Derartige Assoziationen entstehen im Prinzip bei jedem der zehn Kunstwerke. Lediglich das vierminütige Instrumental „Resident alien“ bringt etwas Unruhe in den Fluss des Albums, was dem Genuss aber keinen großen Abbruch tut. „Variations on a dream“ bietet nicht mehr und nicht weniger als 63 Minuten ekstatische Streicheleinheiten für die Seele, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Leider konnten The Pineapple Thief bis heute nicht an diese Meisterleistung anknüpfen. Stand schon das ebenfalls hochklassige „10 stories down“ deutlich im Schatten seines Vorgängers, hatte die Musik der Band mit dem 2006 veröffentlichten „Little man“ einen qualitativen Einbruch. Auf dem Album hatten die Kompositionen einen derart subtilen und dezenten Charakter, das man schon eine hohe Toleranzschwelle haben musste, um keine Langeweile zu empfinden. Erst mit dem aktuellen Album, dem Zufallsprodukt „What we have sown“, erlebten die Ananasdiebe eine neue Blüte.

Anspieltipps:

  • We subside
  • Vapour trails
  • Remember us

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