Willie Nelson - Moment Of Forever - Cover
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Willie Nelson Moment Of Forever


  • Label: Lost Highway/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss. Und ein Willie-Nelson-Album klingt auch nach 40 Jahren in schöner Regelmäßigkeit wie ein Willie-Nelson-Album eben so klingt. Und seit Herr Nelson bei dem Label Lost Highway (u.a. Ryan Adams, Lucinda Williams, Mary Gauthier, Shelby Lynne) unter Vertrag ist, hat er sogar die Schlagzahl der Veröffentlichungen deutlich erhöht und auf das Niveau seiner RCA/Columbia-Jahre geschraubt, als mindestens ein neues Nelson-Werk pro Jahr in die Läden kam. Jetzt ist Masse natürlich nicht gleich Klasse, doch bei den Alben, die im Laufe des aktuellen Jahrzehnts bei Lost Highway erschienen, war grundsätzlich eine passable bis sehr gute Qualitätsstufe vorhanden.

Nachdem Willie Nelson zuletzt für das Album „Songbird” (11/2006) mit Ryan Adams zusammenarbeitete, hat er sich nun den jungen Country-Singer/Songwriter-Kollegen Kenny Chesney als Produzenten für „Moment Of Forever“ ausgesucht. Doch die Maxime ist eine ähnliche geblieben: Nelson mischt ein paar wenige – aber gute! – selbst komponierte Songs („Over you again“, „Always now“, „You don’t think I’m funny anymore“) mit Raritäten und Klassikern verschiedenster Colour aus dem erlauchten Kollegenkreis zu einem Country-Singer/Songwriter-Werk, das sich auch mal die Freiheit nimmt, mit Bläser- und E-Gitarrenriffs zu wuchern, in der Regel aber recht dezent klingt.

Die bekanntesten Coverversionen stammen diesmal von Kris Kristofferson („Moment of forever” aus dem Jahr 1995), Bob Dylan („Gotta serve somebody”, 1979), Randy Newman („Louisiana”, 1974), der Dave Matthews Band („Gravedigger”, 2003) und Paul Craft („Keep me from blowing away“, 1971), die allesamt auf sehr angenehme Art und Weise interpretiert werden. So gefällt im Kristofferson-Titeltrack besonders die schöne Akustikgitarrenarbeit, während „The Bob song“ mit E-Gitarren aus der Neil-Young-Abteilung aufwartet. In „Keep me from blowing away“ harmonieren akustische Gitarren im Zusammenspiel mit den Background Vocals von Melonie Cannon und „When I was young and grandma wasn’t old“ aus der Feder von Co-Produzent Buddy Cannon macht als klassischer Country-Sing-A-Long Spaß.

Ebenfalls herausragend: „Louisiana“, das mit bittersüßen Lyrics die Geschichte der großen Flutkatastrophe aus dem Jahr 1927 erzählt und wie zynisch die Politik damit umgegangen ist („... President came down in his big airplane / With his little fat man with a note pad in his hand / President say, ’little fat man, oh isn’t it a shame what the river has done to this poor farmer’s land...’“).

Mit „Moment Of Forever“ ist Willie Nelson (74) ein schönes Album gelungen, das nicht so viel wagt wie „Countryman“ (08/2005) und einen Tick runder klingt als „Songbird” (11/2006). Warum nicht? Willie darf (fast) alles!

Anspieltipps:

  • Louisiana
  • Gravedigger
  • Always now
  • The Bob song
  • Moment of forever
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