Girugämesh - Girugämesh - Cover
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Girugämesh Girugämesh


  • Label: Gan Shin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht ganz acht Monate mussten vergehen, bis nach „13’s Reborn“ die zweite, selbstbetitelte Langspielplatte der japanischen Rocker Girugämesh in Deutschland veröffentlicht wurde. Nachdem das erste Album noch etwas halbgar klang, ging das Quartett diesmal auf Nummer sicher und holte sich mit Miya von MUCC einen erfahrenen Mann ins Studio. Sein Einfluss ist in vielen Songs zu hören, insgesamt macht er den Sound um einiges variabler. Schön zu sehen am Opener „Patchwork“, der zwar ein einziges Riffgewitter darstellt, aber trotzdem wunderbar geschmeidig ins Ohr geht. Vor allem Sänger Satoshi hat sich im Vergleich zum Vorgänger deutlich gebessert und braucht weniger unterstützende Hilfsmittel bei seiner cleanen Stimme, die Shouts waren sowieso schon astrein.

Die folgenden drei Songs gehen allesamt in dieselbe Richtung wie der Opener, auch wenn „Stupid“ als nicht einmal zweiminütiger Quickie etwas uninspiriert wirkt. Mit einem Song wie „Shining“ rechnet nach so viel Gerumpel dann wohl fast keiner mehr. Nach einem kurzen Elektro-Intro geht es dermaßen melodieorientiert zu, dass der Song noch eine ganze Weile im Kopf hängen bleibt. Endlich einmal müssen Bass und Gitarre nicht einen Ton herunter gestimmt werden. Noch entspannter, fast relaxed gibt sich „Shiroi Ashiato“. Ein guter Song, doch verblasst er ein wenig gegen das folgende „Crazy-Flag“, dass mit seinem von Drum-Computer und Bass getragenem Beat überaus tanzbar ist.

Es geht weiter mit schnellen, harten Songs. Und trotz cooler Riffs stellen sich erste Ermüdungserscheinungen ein. Weder „Shoujou A“ noch „Rocker’s“ schaffen es sich wirklich abzusetzen. Gerade rechtzeitig überrascht dann „Dance Rock Night“ doch noch den Hörer. Wie der Titel andeutet gibt es hier ein wenig Disco-Feeling, was ziemlich originell klingt. Auch die Grundelemente von „Domino“ entbehren sich nicht eines gewissen Grooves, zusammen mit dem guten Chorus ergibt das ein weiteres Highlight.

Die emotionale Ballade „Kowareteiku Sekei“ bildet danach einen gelungenen Abschluss des regulären Albums, auf dem sich Girugämesh endlich einen eigenen Stil erspielen können. Einige Riffs sind zwar noch von amerikanischen Kollegen aus Nu Metal bzw. Metalcore abgekupfert, die Richtung für die Zukunft ist jedoch klar zu erkennen. Gan Shin hat sich außerdem nicht lumpen lassen und für Europa noch drei Bonustracks auf die Scheibe pressen lassen, es wird also etwas für das Geld geboten.

Anspieltipps:

  • Shining
  • Domino
  • Kowareteiku Sekai

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