Yael Naim - Yael Naim - Cover
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Yael Naim Yael Naim


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Passend zu seinem neuen Notebook, unterlegt ein Elektronikhersteller die dazugehörige Werbekampagne mit dem fast schwerelosen „New Soul“. Das Lied kennt mittlerweile jeder, die Sängerin, die dahinter steht, wohl eher nicht. Yael Naim, in Frankreich bereits ein Star, schickt sich nun mit dem selbstbetitelten Debüt an, auch Deutschland zu erobern. Ursprünglich aus Paris, lebt die Tochter tunesischer Eltern mittlerweile in Tel Aviv und beweist mit dem Debüt, dass man von ihr mehr erwarten darf, als nur federleichte Songwriter-Arrangements. Diese sind zwar klar in der Überzahl, doch gelingt es Yael Naim, den Songs durch ihren leicht melancholischen Gesang mehr Gewicht und Tiefe zu verleihen. Jazzige Stücke wechseln sich mit poppigeren ab, englischsprachige mit französischen sowie hebräischen, dazu fein eingewobene Country- und Folkelemente.

Aufgenommen wurde das Album in Yaels Appartement in Paris, gemeinsam mit Xavier Tribolet (Schlagzeug), Laurent Davis (Bass), Voed Nir (Cello) und Julian Feltin (Gitarre). Für den Mix zeichnet sich S. Huskey Huskolds (Fiona Apple, Tom Waits) verantwortlich. Kern des Projekts waren jedoch jederzeit Yael Naim und David Donatien.

Der Einstieg des Albums „Paris“ ist in Hebräisch intoniert und gerät entsprechend sperrig, wenn man leichte Kost im Stile „New Souls“ erwartete. Damit beweist Yael, dass sie mehr kann als unterhaltsame Popsongs in Englisch mit niedlichem französischen Akzent. Dieser ist zwar in allen englischsprachigen Songs zu hören, jedoch nie so vordergründig, dass es anstrengend wird. Übergänge der einzelnen Lieder sind meist von Geräuschen, wie Türenschließen oder einfach einem Rauschen unterlegt. Das gibt dem Album etwas Privates. Verstärkt wird das durch Yaels intimen Gesang. Die Arbeit mit der Band tut der Musik hörbar gut, bunt und lebhaft wirken die Songs, überall piept es, wabernde Celloklänge, Saxophone und selbst Engelschöre gehören zum Soundspektrum, das den Hörer auf „Yael Naim“ erwartet.

Die leicht melancholische Stimmung, die Yaels Gesang versprüht, hat stets auch optimistische Züge. Ist der Gesang dann doch mal zu eintönig, hilft David Donatien aus, dabei harmoniert er perfekt mit Yael Naim. Zudem scheut sie sich auch nicht vor gewagten Experimenten, wie dem Britney Spears-Cover „Toxic“, das sie völlig umkrempelt und dem Song so neues Leben einhaucht. Auch wenn nicht alle Songs das Niveau der herausragenden Kompositionen („New Soul“, „Too Long)“ halten können, die ganz großen Melodien nicht immer gelingen wollen, präsentiert Yael Naim doch ein Album perfekt für den Frühling, irgendwo zwischen A Fine Frenzy, Cerys Matthews und Charlotte Gainsbourg.

Anspieltipps:

  • Too Long
  • New Soul
  • Toxic

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