A Mountain Of One - Collected Works - Cover
Große Ansicht

A Mountain Of One Collected Works


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 72 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Sommer 2005 in London gegründet, legt die Formation um Mo Morris, Zeben Jameson sowie Leo Elstob nun ihr Debüt-Album vor, welches die zwei zuvor erschienenen EP´s vereint und mit hochkarätigen Gästen aus dem Umfeld der Gorillaz, Tricky, Death In Vegas, Unkle und anderen bereits auf dem Zettel für Spannung sorgt. A Mountain Of One spielen klassischen, 80´er inspirierten Art-Pop, der vor allem psychedelischen Rock/Pop, Electronica und Weltmusik-Einsätze bedient. Darüber hinaus sollten aber die nüchternen Genres nicht allzu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, denn das Gesamtwerk besticht durch eindringliche Soundlandschaften und durchdachte Arrangements, die trotz des vielseitigen Anspruchs jede Menge Eingängigkeit offenbaren und schlicht betitelte Genres in den Hintergrund rücken lassen. Warum beide EP´s Platte der Woche in den Piccadilly und Rough Trade-Shops waren und der A Mountain Of One-Remix für Badly Drawn Boys „Promises“ ebenso viel Lob einbrachte, lässt sich auf „Collected Works“ in weit über einer Stunde gut nachvollziehen.

Schon der eröffnende Track „Ride“ zieht einen unweigerlich in seinen Bann, da sich die ausufernden Gitarrenläufe voller tragischer Sehnsucht an die einrahmenden Percussions schmiegen und die Dramatik des Songs mit jeder weiteren Minute zunimmt. So vielseitig wie die übrigens auf ganzer Linie überzeugenden Gastsänger/innen ist auch die Instrumentierung des stets durch weitere Musiker ergänzten britischen Trios. Elektronische Soundscapes ebnen sich in „Warping Of The Clock“ neben mantra-artigen Vocals und akzentuiertem E-Gitarren-Spiel, welches sich pulsierend im Gedächtnis verewigt, einen atmosphärischen Weg. Dieser wird von noch deutlicheren Synthesizer-Einsätzen bei „Can´t Be Serious“ und einem zauberhaften Wechselgesang in die Disco-Ecke gedrängt, wobei die temporär untergebrachte, verzerrte E-Gitarre einen angenehmen Gegen-Pol darstellt, um nicht in die Peinlichkeiten von 80´er Engtanz-Disco abzurutschen, die mit dem zuckrigen Beat noch angedeutet werden.

Neben den vielen wirklich entdeckungswürdigen und mitreißenden Passagen, bleibt jedoch anzumerken, dass sich A Mountain Of One manchmal zu sehr dem Pop verschreiben und die intelligente, psychedelisch ausufernde Seite dadurch etwas an Farbe verliert. Wie bei „Innocent Line“ gelingt es den Briten aber auch, einen lupenreinen Pop-Song zu schreiben, welcher dennoch das Herz tief berührt. Beim abschließenden, tragisch von gesprochenen Vocals untermalten und mit der Zeit zum jazzigen Aufbruch tendierenden „Brown Piano“ wird dann noch einmal deutlich, dass A Mountain Of One ihren festen Platz im Art-Pop sicher haben und für Entdeckungsreisen einiges spricht.

Anspieltipps:

  • Ride
  • Innocent Line
  • Arc Of Abraham
  • Brown Piano

Neue Kritiken im Genre „Art-Pop“
5.5/10

Slow Healer
  • 2017    
Diskutiere über „A Mountain Of One“
comments powered by Disqus