Phil Vetter - Sad Man Walking - Cover
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Phil Vetter Sad Man Walking


  • Label: Skycap/Rough Trade
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein beachtliches Album. Doch ob es die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient hätte, bleibt abzuwarten.

Mit „Sad Man Walking“ legt der Münchner Songwriter Phil Vetter sein zweites Soloalbum nach dem hochgelobten „Say Goodbye To The Moment“ vor. In Anbetracht des Albumtitels ist der Sound, der den Hörer auf „Sad Man Walking“ erwartet, nicht weiter überraschend. In stets melancholischen, bittersüßen, dem Folk zugewandten Songwriterarrangements singt Vetter von der großen zerbrochenen Liebe. „The Touch of Your Hand opened my Soul“ heißt es da beispielsweise im Opener.

Nach dem betont melancholischen, zurückhaltend instrumentierten Einstieg, ist „The Crowd“ ein erstes Highlight des Albums, leichtfüßig swingen spanische Klänge mit und lockern stilvoll den Albumfluss. Schließlich resigniert Phil Vetter nicht, er geht weiter, wie er auch im folgenden „Oh How“ beteuert, nur wie weiß er nicht und so passt der scheinbar orientierungslose Gesang Vetters perfekt zu den Lyrics, unterstützt von engelsgleichen Backingvocals. Schüchterne Bläser erweitern das Soundspektrum auf „Push The Button“, versprühen dabei Optimismus und positive Stimmung, ohne jedoch die dunkle Klangfarbe zu verändern. „Porcelain Shop“ dagegen gerät fast leicht rockig, scheinbar zufrieden stellt Vetter fest er sei der Elefant im Porzellanladen und es sind diese ironischen Elemente, die aus dem Fluss des Albums herausstechen.

Nach der auf gehobenem Niveau, jedoch relativ höhepunktfreien ersten Albumhälfte läutet „Porcelain Shop“ die weitaus abwechslungsreichere zweite Albumhälfte ein. Das stark an Bob Dylan erinnernde Titelstück „Sad Man Walking“ schließlich bildet den grandiosen Abschluss eines Albums, das mit vielen starken Momenten überzeugen kann und nur im Mittelteil das Niveau nicht ganz halten kann. So gut Vetter das Melancholische steht, sobald er sich etwas davon befreit, geraten die Kompositionen weitaus inspirierter und vielseitiger. Trotzdem: Ein beachtliches Album legt Phil Vetter auf jeden Fall vor, ob es die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient hätte, bleibt jedoch abzuwarten.

Anspieltipps:

  • The Crowd
  • Porcelain Shop
  • Sad Man Walking

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