Mercenary - Architect Of Lies - Cover
Große Ansicht

Mercenary Architect Of Lies


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Beim nächsten Mal einfach wieder etwas mehr Zeit lassen, dann klappt‘s auch wider bei den Zuhörern.

1991 gründete Bassist Hendrik „Kral“ Andersen eine der erfolgreichsten dänischen Metalbands. Die damals noch vierköpfige Truppe brachte es 1992 zu einem sehr ansehnlichen Debüt, doch bereits für das zweite Album holte sich Anderson Verstärkung durch die dänischen Brüder Mikkel (hohe Vocals) und Morten (Keyboards) Sandager und sorgte damit für ein höheres Maß an musikalischer Vielfalt. Ihr drittes und bisher erfolgreichstes Werk „11 Dreams“ setzte ein deutliches Ausrufezeichen in der Thrash-Metal-Szene. Ende März 2006 musste Kral die Band jedoch aufgrund familiärer Gründe verlassen. Trotz allem konnte das danach erschienene vierte Album bei den „Danish Metal Awards“ den Preis für das „Album des Jahres“ abstauben. Nach längerem Touren quer durch Europa bringen die sechs Dänen um den neuen Bassisten und Sänger René Pedersen nun ihr fünftes Studiowerk heraus, auf welchem sie sich weg vom Thrash-lastigen und hin zu einem in Progressive-Metal gehenden Stil bewegen.

Gegen die Shout-Vocals des neuen Bassisten kann man durch die Bank nichts Negatives sagen, der so erzeugte auch instrumentell unterstützte Metalcore klingt einfach bombastisch. Abgehackte schnelle Drumparts vermischt mit grandiosen Gitarrenriffs erzeugen einen hohen Spaßfaktor. Leider findet man derartige Passagen einfach viel zu selten und die hohen Stimmen gewinnen deutlich Überhand. Das würde auch gar nicht wirklich stören, wenn die höheren Vocals nicht nahezu immer durch Chöre und dem Keyboard unterstützt werden würden, denn dadurch bekommen sie fast schon Pop-Charakter, der desto tiefer man eindringt schwere Ermüdungserscheinungen zu Folge hat und nicht wirklich zum Rest des Songs passen will. Aber auch an anderen Stellen hapert es, so wollen manche der schnelleren Drumparts nicht mit den Gitarren harmonieren und drücken dann, wie beim Opener „New desire“, auf den Fluss des Songs. Auch bei „Public failure“ wurden die Chöre in Verbindung mit dem Keyboard in einer so übertriebenen und unnötigen Weise eingesetzt, dass einem augenblicklich nur Eines dazu einfällt: Wunderbares Schlaflied!

Aber es geht auch deutlich besser! „Black and hollow“ verbindet das technisch gesehen durchweg gut gespielte Schlagzeug perfekt mit den Riffs der beiden Gitarristen, auch die Chöre werden endlich mal sinnvoll integriert. In „Embrace the nothing“ kommt die hohe Stimme in einer gänzlich anderen Art zum Einsatz, unterlegt mit den Shout-Vocals wird dadurch ein Stil á la Billy Talent erzeugt. Ein weiteres Highlight ist „Execution style“, welches mit einer enormen Dichte unterschiedlicher Schlagzeugrhythmen punktet, wobei leider die hier glücklicherweise wenig eingesetzten Chöre ebenfalls nicht wirklich passen wollen. Auch „The endless fall“ ist ein solcher Fall, von Beginn an gefällt der Titel mit sehr guten Shout-Vocals, welche durchaus mit Machine Head vergleichbar sind und für ein breites Grinsen im Gesicht des Hörers sorgen, gegen Ende verliert der Song aber durch die hohen Stimmen einfach an Fahrt.

Wären die Chöre nicht so inflationär eingesetzt wurden, hätte man mehr Wert auf die Harmonie zwischen Schlagzeug und Gitarren gelegt, es hätte ein richtig gutes Album werden können. So aber ist ein eher durchschnittliches Werk entstanden, dem es einfach an Abwechslung und Abstimmung fehlt. Wirklich schade, denn die angesprochenen Probleme sorgen dafür, dass diese Scheibe ganz schnell wieder im Schrank verschwinden wird. Beim nächsten Mal einfach wieder etwas mehr Zeit lassen, dann klappt‘s auch wider bei den Zuhörern.

Anspieltipps:

  • Black and hollow
  • The endless fall
  • Execution style

Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „Mercenary“
comments powered by Disqus