Soulchemistry - Discovery - Cover
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Soulchemistry Discovery


  • Label: Defusion Records
  • Laufzeit: 65 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Künstlerkollektiv Soulchemistry will ein Vorbild für den „anspruchslosen, klischeeprallen Plastik-R&B“ sein, der „anno 2008 die Dance-, Pop-, und Black Music-Sender dieses Planeten beherrscht.“ Angesichts solch uninspirierter Outputs vergangener Tage, wie die drei in Windeseile zusammengeschusterten Alben von Fräulein Fenty, besser bekannt unter dem Namen Rihanna, ist es zumindest schon einmal ein lobenswerter Ansatz diesem sinnentleertem Gestöhne und den immer gleichen Beats Einhalt zu gewähren. Ob im Pressetext mit der Ankündigung „fürchtet euch nicht, es gibt das Gute, Wahre, Schöne“ im Bezug auf das Debüt „Discovery“ jedoch nicht etwas übertrieben wird, dürfte sich nach dem ersten Höreindruck aber ohnehin herausstellen.

Die treibende Kraft hinter der multinationalen Truppe unterteilt sich in zwei Lager: Die Headz (Karl Moestl und Elle aus Österreich, sowie MC Coppa aus Großbritannien) und das Soulchemistry Collective, bestehend aus Big John (Amerika), Aminata (Österreich), Yosua (Deutschland) und Betty Semper (Großbritannien). Zusammen geht es schon nach einem kurzen Intro („The landing“) mit der Suche nach einer besseren Welt („Better street“) los. Flackernde Elektronik paart sich mit Handclaps und einer etwas zurückhaltenden Rhythmusgruppe, während MC Coppa seinen Text in bester Rapkultur ins Mikro schleudert. Leider offenbart bereits dieser Track die Schwäche an den meisten Stücken des zwischen Electronica, Dub, Soul, R&B und Funk liegenden Kollektivs. Er hält stur dasselbe Niveau, welches der jeweilige Song nach einer kurzen Einleitung erreicht hat oder anders ausgedrückt: In den 15 Tracks von „Discovery“ (Instrumentals und Intro nicht mitgerechnet) gibt es letzten Endes gar nicht so viel zu entdecken, wie es die Initiatoren dahinter wohl gerne gehabt hätten.

Sicher bietet die Mischung aus chilliger Lounge-Atmosphäre („In your dreams“, „Between worlds“, „Going crazy“), Hip Hop-Avancen („Money matters“, „Rich & poor“, „Belly of the beast“) und soulig entspannter R&B-Gemütlichkeit („Destiny“, „Love is my religion“) genügend stilistische und untereinander hervorragend kombinierte Abwechslung, die Entwicklung der einzelnen Tracks bleibt dabei allerdings auf der Strecke. Mit „Cosmic party sound“ liefern Soulchemistry zwar funkige Groove-Sounds a la Jamiroquai und „What is love“ knarzt richtig schön aus den Boxen, dennoch verläuft das Album für mehr als eine ganze Stunde ziemlich spannungsarm. Somit ist „Discovery“ weniger eine Platte, die mit voller Aufmerksamkeit gehört werden muss, sondern bietet sich mehr als effektvolle Unterstützung beim Kreieren von unaufgeregter Bar-Atmosphäre an. Wer sich also dieses Flair ins Wohnzimmer verfrachten möchte, dürfte bei Soulchemistry an der richtigen Adresse sein.

Anspieltipps:

  • Hustler
  • What Is Love
  • Money Matters
  • Between Worlds

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