Stompin´ Souls - And It´s Looking A Lot Like Nothing At All - Cover
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Stompin´ Souls And It´s Looking A Lot Like Nothing At All


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Skandinavien und Rock´n´Roll – das ist beileibe eine handfeste Liebelei mit lange währendem Charakter, wie nicht nur Soundtrack Of Our Lives und The (International) Noise Conspiracy beweisen. Nun sind die Herren Carlsson, Bergqvist, Nilsson, Peterz und Reinert von den Stompin´ Souls an der Reihe. Nach der Gründung 2003 erspielte man sich bereits live einen ordentlichen Ruf in der Heimat, während eine 7-Inch-EP Ende 2004 die Gig-Angebote auch international ansteigen ließ. Die Stompin´ Souls mischten Ende 2006 dann auch langsam Deutschland auf, was sich in zwei Konzerten in ausverkauften Clubs niederschlug und nach dem Supportslot bei Tomte noch weitere Kreise zog, die nun mit dem Debütalbum bedient werden und dabei erdigen, mächtig dynamischen Rock´n´Roll präsentiert bekommen, der nicht nur mit der eindringlichen Orgel begeistert, sondern auch in ruhigen Passagen überzeugt.

Mit wahnsinniger Energie treibt der Stakkato-Rhythmus den Opener nach vorn und lässt es sich nicht nehmen, trotzdem hymnisch zu sein und gar einen theatralischen Break einzubauen. „Put Me On, Bring Me Out“ kann in Deutschland bereits Radio-Airplay vorweisen und spielt die Stärken der Schweden komplett aus. Da drängt die Orgel neben den wuchtigen Drums und der ausladenden Gitarren-Attacken, ohne auch nur einmal einfältig zu sein. Dafür ist die Musik trotz ihrer ungestümen Wildheit einfach zu ausgereift und immer wieder mit instrumentalen Raffinessen versehen, denen sich Thomas Carlsson gesanglich genau so hochklassig anschließt. Zwischen Shoutings und lässiger Coolness pendelt die Stimme und bietet eine perfekte Ergänzung zum hektischen Rock-Manifest der ersten drei Stücke. „The Dead Song“ bremst dagegen etwas das Tempo herunter und rumpelt sich mit Blues-Anleihen und abwechslungsreicher Dynamik einen authentischen Luftholer zurecht, der trotz des reduzierten Tempos immer noch genug Kanten für diesen mit Leib und Seele rockigen Longplayer innehat.

Es ist während der gesamten Spielzeit toll zu hören, wie sich die Songs in die Höhe schrauben, die Energie fest im Griff und die Melodien bestens gespitzt. Auch wenn die unnachahmliche Rastlosigkeit dieses Garagen-Rock-Zuckerstück ausmacht und man sich beim Hören immer wieder in bester Laune wiederfindet, so sind auch die melancholischen, getragenen Passagen bestens gewählt. Sicherlich sind sie in der Minderheit, doch allein diese Piano-Melodie und der lieblich trauernde Gesang bei „Like A Scar“ ist einfach groß, wobei die direkte Rotzigkeit auf diesem Longplayer größer geschrieben wird und das auch gut so ist.

Anspieltipps:

  • Put Me On, Bring Me Out
  • Waiting For The Van
  • Law & Order
  • Nothing Is Holy Now

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