Midnattsol - Nordlys - Cover
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Midnattsol Nordlys


  • Label: Napalm Records/SPV
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Midnattsol – die Band der kleinen Schwester von Liv Kristine“ – so oder so ähnlich beginnt die typische Berichtüberstattung über die deutsch-norwegischen Folk-Metal Aufsteiger. Mit ihrem zweiten Album „Nordlys“ wollen sie aber vor allem beweisen, dass der Bandname vor allem für Qualität steht. Von einer etwas härteren Ausrichtung im Vergleich mit der letzten Veröffentlichung war im Vorfeld die Rede. Dass dies nicht gleichbedeutend mit „besser“ ist, zeigen Midnattsol mit der Eröffnungsnummer „Open Your Eyes“. Da poltert die Double Bass, da schrammeln die Gitarren – nur den Folkanteil muss der Zuhörer schon mit der Lupe suchen. Die hohe Stimmlage der Sängerin Carmen Elise Espenaes rückt das Album insgesamt häufig eher in die Richtung gotisch angehauchter Metalbands. Dazu kommt noch der Eindruck, dass Liv Kristines kleine Schwester zwar definitiv singen kann, aber aus der Masse ähnlicher Sängerinnen nicht so wirklich hervorstechen mag.

Somit vergeht die erste Albumhälfte relativ unspektakulär. Lediglich „Northern Light“ überzeugt mit einem ungewöhnlichen Songaufbau. Doch bei Titel Nummer 5 geschieht die fast schon unverhoffte Wendung: „Wintertime“ kommt endlich mit einigen echten Folkmelodien daher, die sich gut mit dem metallischen Gegenpart ergänzen. Noch besser funktioniert das Ganze bei „Race Of Time“ und vor allem dem letzten regulären Song „En Natt I Nord“. Tatsächlich befindet sich auf der zweiten Hälfte des Albums kein echter Ausfall mehr. Dafür gibt es einige Ohrwurmmelodien und geschickt eingesetzte, aber nie unnatürlich aufgesetzte Härte. So kann guter Folk Metal durchaus klingen! Und wenn Carmen Elise Espenaes wie bei „River Of Virgin Soil“ etwas tiefer singt, hat ihre Stimme tatsächlich doch einen nicht zu unterschätzenden Erkennungsfaktor.

Leider ist das Album mit lediglich 9 Titeln und einem Bonus Track in der Limitierten Version sehr kurz ausgefallen. Insgesamt drängt sich der Einruck auf, dass das Potenzial der Band hier noch nicht ausgeschöpft ist. Die Musiker verstehen ihr Handwerk und können gute Musik schreiben, das beweisen sie vor allem in der zweiten Hälfte des Albums. Dennoch muss zumindest bei den ersten Titeln die eingängige Melodie gegenüber unnötig aufgezwungener Härte zu oft den Kürzeren ziehen. Somit bleiben Midnattsol wohl auch mit ihrem zweiten Album vor allem eines: die Band der kleinen Schwester von Liv Kristine.

Anspieltipps:

  • New Horizon
  • River Of Virgin Soil
  • En Natt I Nord

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