Temple Of Soul - Brothers In Arms - Cover
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Temple Of Soul Brothers In Arms


  • Label: Hypertension Music
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Gruppe Temple Of Soul ist die Vereinigung von vier gefragten US-amerikanischen Live- und Studiomusikern bzw. Songschreibern, die quasi durch die Hintertür einem Millionenpublikum bekannt sind.

Da wäre zum einen Vernon „Ice“ Black (Gitarre, Gesang), der u.a. mit Whitney Houston, Stevie Wonder, Aretha Franklin und Celine Dion tourte, dann hätten wir T.M. Stevens (Bass, Gesang), der z.B. mit Billy Joel, James Brown, Tina Turner und Joe Cocker im Studio stand, sowie Narada Michael Walden (Drums, Gesang), der einen Platz in den Top 10 der erfolgreichsten Produzenten aller Zeiten in den Billboard Charts inne hat. Und zum Schluss haben wir noch einen gewissen Clarence Clemons, den wohl die meisten als den „Big Man“ am Saxophon in Bruce Springsteens E Street Band kennen. Zusammen ergibt das Quartett eine von jeglichem Erfolgsdruck befreite Soul/Funk/Rockband alter Schule.

ausgestattet mit einer amtlichen 80er-Jahre-Produktion, überfällt „Brothers In Arms“ den Hörer mit einem Disco-Funksong namens „Anna“. Im Prinzip konne der Hörer alles erwarten – aber nicht das! Das Stück groovt befeuert von Clarence Clemons‘ Saxophon-Riffs mit rummelplatztauglichen Uffta-Beats um die Wette. Hoppla, aber hier sollten die Temple-Of-Soul-Anwälte nochmals mit der Geschmackspolizei verhandeln. Wesentlich geschmackssicherer wippt und wuppt da schon das bassgetriebene „Seeking further“ im Stile eines alten Prince-Songs aus den Boxen. So wirkt das Soul- und Funk-Gebräu der vier Herren wesentlich authentischer – und genau da knüpfen auch die folgenden Songs an. Glück gehabt!

Arschcoole Rap-Parts, brummige Barry-White-Vocals, gniedelige E-Gitarrensoli, abwechslungsreiches Drumming und genial bollernde Bässe – Temple Of Soul wissen ganz genau wie Soul-Funk zu funktionieren hat. Dennoch rutschen den Jungs immer wieder kleine Geschmacklosigkeiten wie das (ausgerechnet!) „Temple of soul“ betitelte Instrumental im James-Last-Orchester-Sound oder Schwülstigkeiten wie „Love me tonight“ heraus. Als Entschädigung knallen einem aber Tracks wie „Salty!“ oder die Jimi-Hendrix-Coverversion „Purple haze“ im einem dem Gitarrenmeister aller Ehre machenden Groove-Mantel um die Ohren. Das langt am Ende für ein mehr als okayes Album.

Anspieltipps:

  • Salty!
  • Purple haze
  • Diamond girl
  • Seeking further
  • Sunshine in your smile
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