Udo Lindenberg - Stark Wie Zwei - Cover
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Udo Lindenberg Stark Wie Zwei


  • Label: Starwatch/WEA
  • Laufzeit: 62 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die sieben Weltwunder bekommen Nachwuchs: Panik-Rocker Udo Lindenberg veröffentlicht im Alter von fast 62 Jahren ein neues Studioalbum!

Die sieben Weltwunder bekommen Nachwuchs: Panik-Rocker Udo Lindenberg veröffentlicht im Alter von fast 62 Jahren ein neues Studioalbum! Und zwar sein vierzigstes, das da heißt „Stark wie Zwei“. Es ist das erste mit eigenen Songs seit acht Jahren und das beste seit gut und gerne 20 Jahren. Dabei hatte nach zum Teil richtig schlechten Platten ab Mitte der 90er Jahre niemand mehr irgendwelche Erwartungen an Udo Lindenberg.

Der Sänger war in einer künstlerischen Sackgasse gelandet. Er verzettele sich musikalisch mit an den Zeitgeist anbiedernden Experimenten und inhaltlich hatte er nichts mehr zu sagen. Ob Udo das Dilemma selbst bemerkt hat? Es scheint fast so. Jedenfalls organisierte er aus seiner Panik-Zentrale im Hotel Atlantic in Hamburg heraus die „Mission Comeback“. Ohne Plattenvertrag und den Druck nervender A&R-Leute arbeitete er mit Wunsch-Produzent Andreas Herbig (Sasha, Ich+Ich, Culcha Candela, Jennifer Rostock), der schon beim ’91er Album „Gustav“ dabei war, an neuen Songs. Als Gäste lud sich Udo Freunde und Kollegen wie Helge Schneider, Stefanie Kloß von Silbermond, Jan Delay (Absolute Beginner), Till Brönner und Annette Humpe ins Studio ein, das als eine der ersten Maßnahmen von Synthesizern und Computern befreit wurde. Denn „Stark wie Zwei“ geht zurück zu den Wurzeln! Im Stile eines echten Band-Albums wurden die Songs live eingespielt. Sie klingen herrlich altmodisch und inhaltlich stark biografisch – genauso wie es sein muss, wenn man an Udo Lindenberg denkt.

Für die Veröffentlichung von „Stark wie Zwei“ hat Lindenberg einen Vertrag mit seiner neuen/alten Plattenfirma Warner Music unterschrieben, wo er schon am Anfang seiner Karriere bei den Sublabels Teldec und Telefunken unter Vertrag stand und 12 Alben herausbrachte. Zurück im Heimathafen entdeckt Lindenberg längst vergessen geglaubte Stärken. Das schnoddrige, inhaltsleere Blabla ist echten Texten gewichen, denen man wieder gerne zuhört. Der Wahl-Hamburger betreibt eine distanzierte Selbstrefflektion, die zwar nicht neu ist, aber endlich wieder Hand und Fuß hat („Ich zieh’ meinen Hut“ – der Superhit des Albums!). Die Texte gehen tiefer („Was hat die Zeit mit uns gemacht“), befassen sich mit dem Laster Alkohol („Nasses Gold“) und auf Viagra poppenden Rentnern („Der Greis ist heiß“). Udo macht mit Kumpel Helge Schneider Spaß („Chubby Checker“) und singt mit Stefanie Kloß über platonische Liebe („Der Deal“). Das ist der gute, alte Udo, so wie wir ihn wollen! Direkt, ungeschminkt und mit guten Pop/Rocksongs. Kein Pseudo-HipHop und kein Altherren-Electro. Das ist wirklich stark wie Zwei!

Anspieltipps:

  • Nasses Gold
  • Ganz anders
  • Interview mit Gott
  • Ich zieh’ meinen Hut
  • Wenn du durchhängst

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