Divinity - Allegory - Cover
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Divinity Allegory


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

1997 finden sich die beiden Gitarristen Sascha Laskow und James Duncan, Sänger Sean Jenkis, Bassist Nick Foster und Drummer Brett Duncan unter dem Namen „Divinity“ zusammen. Ihre Idee: Das Beste aus Subgenres, wie Death-, Thrash-, Speedmetal und Metalcore miteinander zu verbinden. Auf ihrem nun erscheinenden Debüt geht die eigentlich interessante Idee allerdings gründlich in die Hose. Und das trotz größerer „Vorarbeiten“ im Rahmen zweier Demos aus den Jahren 2003 und 2004 und einer langen Bandgeschichte, in welcher genügend Zeit zum Verfeinern ihres Stils gewesen wäre. Man hat das Gefühl, als haben die 5 Kanadier versucht, das Beste aus Bands wie „Strapping your lad“, „Into eternity“ und „Soilwork“ herauszufiltern, wussten dann allerdings nicht, wie man dieses sinnvoll miteinander verbinden könnte! Das Album wirkt zerrissen, leidet vor allem an den nahezu aller 5 Sekunden auftretenden Rhytmuswechseln.

Dabei machen die einzelnen Musiker für sich gesehen keinen schlechten Job. Vor allem Sänger und Shouter Sean Jenkis beweist, dass er sein Fach perfekt beherrscht. Ob tief grunzen, hoch schreien oder klar und kräftig singen, in keinem der Bereiche hat man das Gefühl, dass er nicht weiß, wie er seine Stimme einsetzen könnte. Nur leider nehmen die gebrüllten Passagen die deutliche Überhand, schade eigentlich, denn gerade in der cleanen Stimme steckt ein enormes Potential und auch die tieferen Shoutvocals wären es wert, öfter gehört zu werden. Auch Schlagzeuger Duncan weiß, auf welche Becken und Tombs er schlagen muss, doch die schon angesprochenen, an manchen Stellen wirklich aller 5 Sekunden auftretenden Rhythmuswechsel nehmen die Überhand und dienen eher einem bloßen Selbstzweck, als dem Lied. Die Songs werden dadurch verschachtelt und komplex, was sicher vor allem live nicht leicht zu spielen und zu merken ist. Man hat allerdings das Gefühl es wurden, wie beim Opener „Induce“, 20 Songs zu einem zusammengeschnitten und dann nur mittelmäßig miteinander verknüpft. Apropos, die Abmischung einiger Songs lässt deutlich zu wünschen übrig, in Zeiten digitaler Produktionen nicht nachvollziehbar. Die beiden Gitarristen könnten ja theoretisch gute Riffs schreiben, wie sie beispielsweise in dem Metalcore-lastigen „Methodic“ unter Beweis stellen, nur tun sie das viel zu selten. Vielleicht war es ihnen wichtiger, möglichst viele verschiedene, wenn auch schlechte („Power Control“) Melodien einzubinden, anstatt auf wirklich gute („The unending“) aufzubauen. Oft harmonieren diese wie bei „Strain“ dann nicht einmal mit den Rhytmuswechseln. Man wird das Gefühl nicht los, selbst die Gitarristen kommen den plötzlichen und meist ohne jegliches Fill-In auftretenden Wechseln nicht hinterher. Auch die Soli von Leadgitarrist Laskow lassen nicht nur zu wünschen übrig, nein, jeder halbwegs gute Gitarrist könnte sie in 5 Minuten nachspielen.

Die angeführten Punkte mögen vernichtend und hart klingen, doch vor allem was sich die Jungs im Zusammenspiel leisten, wirkt nicht wie eine schon seit 11 Jahren (!) existierende Band, sondern wie gerade eben begonnen, gemeinsam zu musizieren. Für die Zukunft kann man den Jungs nur folgendes wünschen: Produzenten suchen, der ihnen gehörig den Kopf wäscht und unter die Arme greift und vor allem die Songs zu entrümpeln, zu reduzieren, begreifen, wie wichtig ein gutes Riff für einen Song sein kann und darauf aufbauen. Auch an den Soli muss enorm viel gefeilt werden und Sänger Sean Jenkin sollte sich klarmachen, wie viel besser die Musik werden könnte, wenn er ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen seinen Gesangsstilen finden würde.

Anspieltipps:

  • Methodic
  • The unending
  • The diarist

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