Tapes N Tapes - Walk It Off - Cover
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Tapes N Tapes Walk It Off


  • Label: XL/Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wir schreiben das Jahr 2008: das Internet ist in der Welt der Popmusik und die Popmusik ist in der Welt des Internets nicht mehr wegzudenken. Das ist ja auch alles schön und gut so. Denn wäre dies nicht der Fall, würden Tapes 'n Tapes vermutlich immer noch in und um ihren Heimatort Minneapolis touren und hätten nicht den Bekanntheits- und vor allem Beliebtheitsgrad errungen, den sie verdienen und nun allerorten innehaben. Aber Tapes 'n Tapes und Internet, war da nicht was?

Ein Blick zurück ins Jahr 2006 lässt uns noch mal ins Gedächtnis rufen, dass die Band einer der ersten war, die mittels Internet-Blogs den Weg von Amerika über den Atlantik ins unsere Gehörgänge nach Europa fand. Wie erwartet wird der ersten Single auf den Blogs jetzt weniger Beachtung geschenkt. Und wenn doch, dann ist man wohl entweder nach wie vor begeistert von der Band und ihrer Musik oder aber man beschwert sich etwa über die neue Produktionsweise. Wobei diese ja nicht gerade überraschen dürfte, ist die Band für den Zweitling „Walk It Off“ aus dem Keller eines Bandmitglieds in ein richtiges Studio mit einem richtigen Produzenten aufgestiegen.

In gewisser Weise sind beide Meinungen verständlich und auf dem Album nachweisbar. Mit Dave Fridmann geht es produktionstechnisch einen Schritt nach vorne. Die Gitarren sind vom Sound her viel variationsreicher, das Schlagzeug ist ein ordentliches Pfund druckvoller und ebenso wie die Stimme von Josh Grier reichlich präsenter. In der Gesamtheit klingt „Walk It Off“ gehörig rauer und rockiger. Was dabei auf der Strecke zu bleiben scheint ist das Gefühlvolle und Persönliche im Gesang sowie der subtile Druck, den Tapes 'n Tapes auch ohne große Produktion auf dem Vorgänger „The Loon“ erzeugten. So erreicht die Musik auf „Walk It Off“ den Hörer auf einer weniger tiefgründigen und intensiven Art und Weise.

Das führt aber nicht unweigerlich dazu, dass die Platte jetzt unbedingt schlecht ausfällt. Denn je öfter man das Album hört, desto häufiger nimmt man hier und da wieder wunderbare Melodien und Arrangements wahr. Womöglich ging es der Band mit dem Hype um „The Loon“ alles etwas zu schnell und man musste sich erst einmal musikalisch zurechtfinden. Momentan stehen sie mit Pixies und Pavement im Rücken ein wenig verlassen, irgendwo zwischen Modest Mouse und Arcade Fire.

Anspieltipps:

  • Hang Them All
  • Say Back Something
  • Blunt
  • Lines

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