The Ruby Suns - Sea Lion - Cover
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The Ruby Suns Sea Lion


  • Label: Memphis Industries/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Jeder, der sich auf „Sea lion”, dem zweiten Album von The Ruby Suns, einlassen will, sollte auf folgendes Klangspektrum gefasst sein: „Pop music, noise, psychedelia, flamenco, South Pacific, southern Africa, home recording, hiking, travelling, animals, beaches, vegetarian food, especially falafel” – So und nicht anders bezeichnet nämlich Chefdenker Ryan McPhun hinter der neuseeländischen Musikergruppe die vielfältigen Einflüsse und das breitgefächerte Instrumentarium hinter dem „Seelöwen“.

Dass diese Verschmelzung verschiedenster Stile letztendlich aber nicht ganz funktioniert, liegt an der überambitionierten Herangehensweise McPhuns, dem es nicht reicht ein exotisches Instrument in einen Song einzubauen, es müssen gleich ein Dutzend sein. Zwar gibt es immer wieder kleine Anhaltspunkte wie „Tane mahuta“, das gut und gerne als „Hare krishna“ Cover durchgehen könnte oder „Kenya dig it“, welches bei der Melodie von „Mr. Sandman“ ein wenig abgeschaut hat, alles in allem ersticken die unzähligen Details, Fragmente und Schnörksel jedoch den Fluss der Musik dahinter.

Nichtsdestotrotz klingt „Sea lion“ anfangs wie ein World Music-Album, das keines ist und auch im Endeffekt nicht so recht weiß, was es eigentlich sein will. Mit mehreren übereinandergeschichteten Spuren direkt aus seinem Aufnahmegerät, das Ryan auf seinen Streifzügen quer durch Neuseeland immer dabei hat und quasi alles (Tiere, Blätterrascheln) und jeden (Ureinwohner) aufnimmt, bastelt er wie The Beach Boys früher an „Pet sounds“ an einem dichten Klangkonglomerat, dass wie eine Mischung aus Broken Social Scene und The Shins klingt. Das Resultat ist allerdings wenig zufriedenstellend und dürfte nur die hartgesottensten Feldforscher begeistern.

Anspieltipps:

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