Sir Simon - Battle - Cover
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Sir Simon Battle


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Gitarrist, Sänger und Songwriter von Sir Simon, Simon Frontzek, fing Ende 2004 an, eine Platte aufzunehmen, wobei Mitte 2005 die ersten Freunde dazu stießen. Anfangs noch als eher privates Projekt geplant, brachten Nadja Quante und Philipp Gries die Bandgründung voran, da sie von den Songs aus der Feder von Simon so überzeugt waren, dass sie einfach auf die Bühne gehörten. Schließlich kamen noch Florian Henrich sowie Glaus Kießwetter (Beige GT), um den ersten Auftritt in der Hamburger Astra-Stube zu unterstützen. Tomte nahmen sie mit auf Tour und warfen Sir Simon quasi ins kalte, relativ ungeübte Wasser, was der Band allerdings sehr gut getan hat, wie man dem Debütalbum „Battle“ anhört. Swen Meyer (Produzent vieler Grand Hotel van Cleef-Veröffentlichungen) veredelte die Aufnahmen und unterstrich damit die großartigen Pop-Künste von Sir Simon.

Mit einem von vielen Stücken für das Herz und vielleicht auch für die Ewigkeit beginnt das Album in Form von „Credit Cards And Trains“. Luftige Akustik-Gitarren und sommerlich beschwingte Percussions setzen Akzente, werden von zarten Synthie-Effekten begleitet und münden im lieblichen Gesang von Simon Frontzek, der schon allein mit seiner Stimme für wohlige Stunden sorgt. Dass es auf „Battle“ nicht immer catchy Refrains braucht, die zum Tänzeln einladen, merkt man schon beim zweiten Song. „The Band Stopped Playing“ bringt eine Slide-Gitarre wundervoll unter und überzeugt mit einem großen Anteil an Nachdenklichkeit, die verzweifelt, aber nicht hoffnungslos den Hörer umringt. Das Arrangement ist zurückhaltend, ohne auf durchdachte Schmankerl verzichten zu müssen, wie erneut die elektronischen Beigaben zeigen, welche unterschwellig einiges ausmachen.

Die Schnittmenge aus poppigen, frühlingshaften Gute Laune-Harmonien und feingliedrig arrangierten Hinhörern macht dieses Debüt aus und lässt es ungemein dringlich in die Ohren schleichen. Ob nun Nashville-Feeling aufgrund von Slide-Gitarren, aufmunternd treibende Percussions- sowie Schlagzeug-Beigaben oder atmosphärische Synthies – Sir Simon mischen die erstklassige Instrumentierung mit spannenden Song-Strukturen und verankern sich im Indie Pop-Bereich mit Deutlichkeit. Es gibt keinen Ausfall und bei jedem Track fragt man sich, ob sie dieses Niveau wohl halten können. Wenn man mit diesem Gedanken bei „Tapes Tunes Microphones & Lies” so erquickend melancholisch berührt wird und bei „Safety First“ im Sommer-Regen über die Felder tänzelt, ist man sicher: Sie halten das Niveau und schüren hohe Erwartungshaltungen für den Nachfolger.

Anspieltipps:

  • Credit Cards And Trains
  • Drive Me Home
  • Drink And Drive
  • Tapes Tunes Microphones & Lies

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