The Breeders - Mountain Battles - Cover
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The Breeders Mountain Battles


  • Label: 4AD/Beggars
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Indie Rock-Ikonen von den Breeders melden sich 2008 mit „Mountain Battles“ erneut zurück, nachdem Bandleader Kim Deal zwischen 2004 und 2005 mit den Pixies noch viel umjubelte Reunion-Gigs spielte und die Hoffnung auf neue Songs der Pixies nie versiegte. Doch diese sollte man nun vorerst zurückstellen, denn nach dem letzten Album „Title TK“ (2002) zeigt das aktuelle Werk, wie schön spröde und bodenständig Indie-Rock sein kann, ohne auf das gewisse Etwas an Exzentrik verzichten zu müssen. Und wer kennt diese Band nicht, die von dem zweiten Album „Last Splash“ (1993) Millionen von Einheiten verkaufte, mit Nirvana tourte und deren unsterblicher Hit „Cannonball“ noch immer Hochkonjunktur auf den Indie-Tanzflächen der Welt hat. The Prodigy sampelten einen Teil von „S.O.S.“ für den Überhit „Firestarter“ und sind genau wie die Breeders ein Relikt aus den Neunzigern, das man auch heute nicht missen möchte.

Zusammen mit Mando Lopez, Jose Mendeles und Schwester Kelley hat Kim Deal die Eindrücke der Welttour mit den Pixies hinter sich gelassen und lässt mit Hilfe von Produzent Steve Albini einen Longplayer voller Selbstbewusstsein und sympathischem Understatement auf die treue Fangemeinde los. Mit rauchigem Hall in der Stimme thront Kim Deal im Opener über wirbelnden Drums und schrägen E-Gitarren, die fast beiläufig und in bester LoFi-Tradition krachig die verzweifelte „I can´t feel it“-Textpassage untermalen und bei „Bang On“ von einem abgehackten Groove gefolgt werden. So kurz und knapp wie die Auftakt-Songs ist auch die Gewöhnungsphase, die man für „Mountain Battles“ benötigt. Man fühlt sich gleich wieder zuhause in dieser vermeintlich tristen Indie-Schroffheit, die man mit den Breeders so lieben gelernt hat. Zarte Gitarren-Läufe und eine liebliche Melancholie gibt es auch zu vernehmen, wobei besonders „Night Of Joy“ heraus sticht und Kim Deal von ihrer zart-naiven Seite zeigt.

Im forschen, mit rhythmischer Geradlinigkeit versehenden „German Studies“ schmunzelt man über die offensichtlich deutschsprachigen Text-Fragmente und wird von orientalischen Gitarren-Läufen, zwischenzeitlichen Shoutings und dem dümpelnden Blues-Schema bei „Istanbul“ weltmusikalisch erwischt, was man auch vom weit um sich greifenden Latino-Überwurf „Regalame Esta Noche“ sagen kann. Aber nicht nur die Experimente machen Lust auf zahlreiche Hördurchgänge. Bass-lastig und mit deutlicher Hymnenhaftigkeit gleicht „Walk It Off“ einem echten Indie-Hit, der wie „It´s The Love“ (im Original von The Tasties) das Zeug zum „Cannonball“-Nachfolger hat und die klassischen Breeders-Vorzüge in Szene setzt. Die Mischung aus Wagnis und typischem Indie-Rock macht „Mountain Battles“ aus und gibt einem das beruhigende Gefühl, dass nicht nur schnelllebige Emo-,Rave- und Britrock-Trends die aktuelle Indie-Welt beherrschen. So wunderbar verschroben und authentisch nah am Proberaum-Sound lässt man sich die Wiederkehr der Breeders mehr als einfach nur gefallen.

Anspieltipps:

  • Night Of Joy
  • German Studies
  • Walk It Off
  • It´s The Love

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