The Dudes - Brain Heart Guitar - Cover
Große Ansicht

The Dudes Brain Heart Guitar


  • Label: One-Four-Seven/SOULFOOD
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Kanadier von The Dudes machen herzerfrischenden Rock, dem man auch gewisse Power Pop-Tendenzen mit Gute Laune-Faktor nachweisen kann und von Sänger/Songschreiber Dan Vacon um eine eigenständige, einfühlsame Stimme ergänzt wird. Jede Menge Ohrwürmer finden sich auf „Brain Heart Guitar“ und so beackern The Dudes nach Erfolgen in der Heimat und in Spanien nun auch Deutschland, wo sie beim neu gegründeten Label One-Four-Seven-Records unterkamen. Wenn man sich die Lobeshymnen der kanadischen Magazine und Zeitungen vor Augen führt, hat die junge Plattenfirma mit diesem Quartett einen großen Wurf gelandet, was nach dem nächsten größeren Hype riecht. Sachlich betrachtet ist die Scheibe allerdings auch „nur“ ein einfach gutes Stück Rockmusik mit Pop-Appeal und zündenden Melodien, das unterm Strich solide Hausmannskost bietet und von seinen wirklich erhabenen Harmonien zehrt.

Da haben wir zum Beispiel ein unheilvolles Riff-Monster wie „The Fight“, welches zum Ausklang begünstigt durch Dans wärmende Stimme zarter, aber dabei nicht weniger dringlich, zu Werke geht, um den Schlussakkord in Moll zu setzen. Staubiger Stoner-Rock liegt also genauso auf der Linie von The Dudes, wie Country-Anleihen und Power-Pop, den Weezer auch nicht besser machen könnten. Darunter fällt „Love Is Dangerous“, das von filigranen Gitarren-Läufen getragen wird und hymnisch College-Radios erobern dürfte, wobei der Chorgesang den mitreißenden Eindrucks nochmals verstärkt. Überhaupt sind es die vielen Komponenten aus so manchem Genre, die dieses Werk so ausgefeilt und vollständig machen. Neben bereits erwähnten Ausflügen rocken die Herren zwischendurch auch einfach drauf los und verpacken darin regelmäßig einschmeichelnde Melodien, deren nicht unwesentliche Wirkung große Beachtung geschenkt werden darf.

Trotzdem kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, es hier mit einem in seinen musikalischen Raffinessen zwar unbezweifelten, aber doch lediglich Altes aufwärmenden Rückwärtsgang in die Neunziger zu tun zu haben. Das ist durchaus ansprechend sowie hochwertig, doch wenn die Referenzen nur so purzeln, leidet der Gesamteindruck und vor allem die Darstellung als eigenständige Band, was dem anhaltenden Hörgenuss schadet und schlussendlich unter „gehaltvoll, aber in keiner Weise prägend“ abgelegt wird.

Anspieltipps:

  • Do The Right Thing
  • The Fight
  • Love Is Dangerous
  • Fist
Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
Diskutiere über „The Dudes“
comments powered by Disqus