Blood Red Shoes - Box Of Secrets - Cover
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Blood Red Shoes Box Of Secrets


  • Label: V2/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

In den ungefähr 40 Minuten Laufzeit, bekommt man wenig Zeit zum Luft holen.

Nach mehrmaligem Verschieben des Release-Datums, hat es das Debütalbum der Blood Red Shoes letztlich doch noch in die Plattenläden geschafft und dort wird es wahrscheinlich schnell vergriffen sein, denn das Album des Duos Laura-Mary Carter (Gitarre, Gesang) und Steven Ansell (Schlagzeug, Gesang) wurde bereits sehnsüchtig erwartet. Nach vielen, überzeugenden Liveshows in Europa ging der Name Blood Red Shoes wie ein regelrechtes Lauffeuer durch die Medien. Begeistert von seiner Support-Band ließ Maximo Park-Frontmann Paul Smith sogar verlauten, dass die Songs von Carter und Ansell „der beste Gitarren-Sound seit Nirvana“ seien. Beste Voraussetzungen also, um das Debüt an die lüsterne Meute zu bringen. Vorab wurden ohrwurmlastige Singles wie „You Bring Me Down“ und „I Wish I Was Someone Better“ veröffentlicht, die ihr Übriges zu dem eh schon bestehenden Interesse beitrugen.

Im Stil der Appetitanreger präsentiert sich auch das neue Material auf „Box Of Secrets“; da wird nicht lang rumgespielt, sondern direkt losgebolzt und klargemacht, wohin die Reise gehen soll. Dabei werden die Gesangsparts schön gerecht zwischen dem Duo aufgeteilt. Die bildhübsche Laury-Mary Carter wirkt eigentlich völlig fehl am Platz, wenn sie mit ihrer zierlichen Figur und dem Rehblick, den sie hinter ihrem Pony versteckt, die Bühne betritt. Doch alle Skepsis verschwindet, wenn sie fehlerfrei in die Saiten greift und dabei immer noch ab und an die Zeit findet, sich gekonnt zum Rhythmus von Kollege Steve zu bewegen. Der wiederrum spielt mit unverkennbarem Stil, indem er in jeder Schlagzeugpause die Arme hochreißt und entweder mit den Sticks den Takt weiterzählt oder lässig die Bass-Drum bedient. Dass ihm bei den zahlreichen Wirbeln noch die Zeit und -vor allem- Luft bleibt seine -mitunter sehr langen- Passagen zu singen (z.B. in „Say Something, Say Anything“), ist sehr beachtlich.

In den ungefähr 40 Minuten Laufzeit, bekommt man wenig Zeit zum Luft holen. Songs wie „It's Getting Boring By The Sea“ oder „Doesn't Matter Much“ zeichnen sich durch jugendliche Frische aus, dabei ist die Ausführung stets konsequent und aus wirklich jedem Takt wird das Optimum rausgeholt. Die Worte schmiegen sich inhaltlich nahtlos an das Melodiegerüst an, indem sie von Aufruhr, Enttäuschung und jugendlicher Trotzigkeit berichten. Endlich hat das Warten ein Ende, auch wenn sich jede Minute der Geduld schlussendlich ausgezahlt hat. „Box Of Secrets“ hält jünger als jede Anti-Aging-Creme und macht mehr Spaß, als drei Runden in der Achterbahn.

Anspieltipps:

  • You Bring Me Down
  • I Wish I Was Someone Better
  • Forgive Nothing
  • It's Getting Boring By The Sea

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