Mariah Carey - E=MC² - Cover
Große Ansicht

Mariah Carey E=MC²


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der elfte Longplayer versucht, an an alte Pop- und R&B-Perlen anzuknüpfen.

Es war einmal eine Popprinzessin, die eine Stimme ihr Eigen nannte, die mehrere Oktaven umfasste. Sie fand einen Frosch namens Tommy Mottola, der zum Prinz wurde, sie heirateten und ihre Karriere als Sängerin schob der nette Manager auch noch an. Nach einigen Jahren voller Glück kamen die bösen Schwestern aus dem Gebüsch, auch „Glitter“ und „Charmbracelet“ genannt, und machten der so erfolgreichen Prinzessin Mariah das Leben schwer. Nachdem der Prinz wieder zum Frosch geworden war, sprich Scheidung, brachte „The Emancipation of Mimi“ der stimmgewaltigen Prinzessin wieder das musikalische Glück zurück. Ein furioses Comeback verdankte sie dem Musikprinzen mit dem Namen Jermaine Dupri, der Mariah wieder in die Erfolgsspur zurückbrachte.

Zur Gegenwart: Der elfte Longplayer versucht, an diese R&B-Perlen anzuknüpfen, doch wünscht man sich doch recht schnell eine gute Fee herbei, die Mariah Carey verzaubert, damit sie wieder das Singen anfängt, anstatt durchschnittliche R&B-Liedchen zu trällern, die jede andere weniger begabte Sängerinnen auch locker schaffen könnten. Das klingt jetzt hart, aber der Opener „Migrate“ rauscht an einem vorbei wie ein Expressgüterzug, die Erinnerung an diesen Track bleibt bei Null. Bei der recht geschickt ausgewählten Singleauskopplung „Touch my Body“ geht Mariah auf Nummer sicher: ein einfacher Beat und Mariah zirpt „Touch my Body“, der Song hat nach einigen Durchgängen einen Wiedererkennungswert, doch absolute Klasse klingt anders.

Die Armada von Songschreiber mit den Namen Jermaine Dupri, Swizz Beatz, Stargate, Bryan Michael Cox und Scott Storch sollte einen nicht blenden, dafür kommt zu viel Durchschnitt aus den Boxen. „Cruise Control“ mit Marleys Sohn Damian gehört noch zu den überzeugenden Songs: Das Jamaikafeeling steht der 38jährigen Carey nicht schlecht, der begabte Damian sorgt mit seinen stimmlichen Reggaebeigaben für einen recht entspannten Hörgenuss. Doch anschließend wünscht man sich die Hilfe von Walter Afanasieff herbei, der Whitney Houston und eben Mariah Carey am Anfang ihrer Karrieren Popsongs der Extraklasse auf den Leib schrieb. Die Black Music-Fraktion um Dupri und Co. reißt sich kein Bein aus und Mariah Carey singt sich routiniert durch diese Tracks, die Qualität der Songs bleibt leider unter den Möglichkeiten dieser Ausnahmesängerin, die auch bei diesen Tracks mitschreibt, was sich bei ihren früheren Werken aber wesentlich besser anhörte.

Der letzte Song „I wish you well“ versöhnt ein wenig, denn Miss Carey gibt diesmal ein wenig mehr ihres Gesangstalents zum besten, die Ballade steht ihr eindeutig gut und klingt hörenswert. Leider ist es so: Die oben erwähnten Longplayer haben eine böse Stiefschwester dazu bekommen, die Qualität von „The Emancipation of Mimi“ erreicht das neue Werk der Popprinzessin, die so gern eine R&B-Königin sein will, nicht einmal ansatzweise.

Anspieltipps:

  • Touch my Body
  • I wish you well

Neue Kritiken im Genre „R&B“
9/10

Fragen Über Fragen
  • 2017    
7/10

A Seat At The Table
  • 2016    
Diskutiere über „Mariah Carey“
comments powered by Disqus