Duffy - Rockferry - Cover
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Duffy Rockferry


  • Label: A&M/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf der Suche nach der nächsten Amy Winehouse, landet die britische Musikindustrie erste Treffer. Mit den Newcomerinnen Adele und Duffy konnte inzwischen vergleichbare Acts in den heimischen Charts platziert werden. Jetzt sind das alte Europa und der Rest der Welt dran. Denn wer weiß, wie lange die Kuh anspruchsvoller Soul-Pop-Musik noch gemolken werden kann.

Aimée Ann Duffy (23) wuchs im tiefsten Norden von Wales, im Örtchen Nefyn in der Region Gwynedd auf, die so weit weg vom Schuss ist, das sie in ihrer Kindheit ohne Internet und vernünftige Verkehrsanbindung nur durch Umwege an aktuelle Musik herankam. Trotzdem oder gerade deswegen keimte in ihr die Liebe zur Musik und der Wunsch, selber zu singen und Songs zu schreiben.

Im Jahr 2003 nahm Duffy an einem Gesangswettbewerb im walisischen Fernsehen teil. Sie gewann zwar nicht, fiel aber dennoch bei wichtigen Leuten der Plattenindustrie auf, so dass eiligst ein Album mit ihr produziert wurde, das aber floppte. Erst durch die Rough-Trade-Mitarbeiterin Jeanette Lee, die Duffy unter ihre Fittiche nahm, kam die Karriere der Waliserin ins Rollen. Sie brachte die 23-Jährige mit Songschreibern und Produzenten wie Bernard Butler (Ex-Suede, Edwyn Collins, The Libertines), Jimmy Hogarth (James Blunt, KT Tunstall, James Morrison), Steve Booker (Boyzone, Paul Winter) und Eg White (Kylie Minogue, Adele, James Morrison) zusammen, die mit ihr an ihrem zweiten Longplayer arbeiteten.

Nach dem Labelwechsel zu A&M/Universal wurde im Dezember vergangenen Jahres mit „Rockferry“ die erste Singleauskopplung aus dem gleichnamigen Album auf der britischen Insel auf den Weg gebracht. Nach einer respektablen Top-50-Platzierung – der Song besitzt schließlich keine Hookline! – folgte im Februar 2008 die zweite Single „Mercy“ und Anfang März das dazugehörige Album. Beide konnten sich auf Platz eins der UK Charts platzieren. Weshalb sich diese von Sixties-Klängen geprägte Musik überhaupt so prächtig verkauft, liegt allerdings in großen Stücken an Amy Winehouse, die den Weg für das 60er-Jahre-Revival in den Charts ebnete.

Dass Aimée Duffy dabei um einiges braver – um nicht zu sagen harmloser – wirkt als die drogenabhängige Skandalnudel, ist nicht nur ihrem provinziellen Hintergrund geschuldet. Ihre Songs wirken insgesamt niedlicher und willkürlicher als die auf „Back To Black“ aus dem Hause Winehouse. Deshalb tut man der 23jährigen Newcomerin keinen Gefallen, wenn man sie ständig mit der berühmten Kollegin vergleicht. Mit „Rockferry“ ist der Waliserin jedenfalls ein charmantes Majordebüt geglückt, das den Vorteil ausspielt, zur rechten Zeit zu erscheinen. Denn noch ist Aimée Duffy mit ihrer Musik nicht in der Lage, einen Hype auszulösen. Lediglich drei herausragende Songs („Mercy“, „I’m scared“, „Distant dreamer“) reichen dazu nicht aus. Und wer weiß, wie lange der Hype noch anhält. Also ranhalten, Frau Duffy!

Anspieltipps:

  • Mercy
  • I’m scared
  • Stepping stone
  • Syrup & Honey
  • Warwick avenue

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