Jim Pansen - Jim Pansen Und Die Verbotene Frucht - Cover
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Jim Pansen Jim Pansen Und Die Verbotene Frucht


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Florian Sump war Mitte der 90er Jahre Schlagzeuger der Teenie-Pop-Band Echt („Du trägst keine Liebe in dir“), die sich vor fünf Jahren endgültig aufgelöst hat. Im Gegensatz zum Echt-Sänger Kim Frank konnte Sump alias Jim Pansen unbeobachtet von der Öffentlichkeit an seiner Karriere nach der Karriere basteln. Drei Jahre dauerte es letztendlich, bis er sein Solodebütalbum fertig hatte, auf dem er sich als Rapper (!) präsentiert.

In Norddeutschland funktioniert Rapmusik anders. Deshalb ist „Jim Pansen und die verbotene Frucht“ ein HipHop-Album, das eher im Stil von Fettes Brot und den Absoluten Beginnern klingt. Anstatt Ghetto/Gangsta/Streetrap-Geprolle von sich zu geben – was ausgemachter Blödsinn wäre, wenn man sich den gutbürgerlichen Background von Florian Sump vor Augen hält – setzt Jim Pansen auf den Faktor Humor und locker-flockige Beats, die ab und zu von Gitarren und Bläsern durchsetzt werden. Das wirkt zwar in der Summe glatt und frei von Überraschungen, ist aber wesentlich authentischer, als sich für den schnellen Erfolg zu verstellen.

Am besten ist Jim Pansen immer dann, wenn er in seinen Texten biografisch wird. So ist „Geiles Stück“ eine augenzwinkernde Ode an die Tiefkühlpizza – mal ehrlich, wer hätte das bei dem Titel gedacht? – und „MPU“ beschreibt die Folgen des Autofahren unter Drogeneinfluss. „Saufen“, das auf einem Sample des Texas-Songs „Polo Mint City“ basiert, geht mit den Trinkgewohnheiten des Rappers hart ins Gericht und „Gar nicht schwer“ gibt deutlich zu erkennen, was Jim Pansen von den Proll-Rap-Kollegen hält.

„Jim Pansen und die verbotene Frucht“ ist kein großartiges Album. Dafür besticht es aber mit Ehrlichkeit und Humor. Und das ist auch etwas wert.

Anspieltipps:

  • Saufen
  • Furchtbar schlau
  • Ihr könnt heulen
  • Herr der 1000 Augenränder
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5.5/10

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