Belphegor - Bondage Goat Zombie - Cover
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Belphegor Bondage Goat Zombie


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Belphegor bleiben sich treu und machen auf ihrem neuesten Werk da weiter, wo sie auf „Pestokalypse VI“ aufgehört haben.“ So lässt sich treffend das siebte Studioalbum der Österreicher beschreiben. Seit 15 Jahren versorgen die vierköpfige Band um Sänger und Gitarrist Helmuth nun schon Europa mit ihrem textlich oft bitterbösen, tempomäßig meist ultraschnellen Black bzw. Death Metal und sind seitdem aus der Szene nicht mehr wegzudenken. Auf dem aktuellen Werk finden sich wie gewohnt sowohl englische, deutsche als auch lateinische Texte wieder. Produziert wurde „Bondage Goat Zombie“ wie schon das letzte Werk von Andy Classen (u.a. verantwortlich für Die apokalyptischen Reiter und Graveworm) in Bochum.

Der Opener und Namensgeber beginnt mit einem kurzen, Belphegor-typisch mit Glockenklängen versehenem, Intro nach welchen die Double-Base gnadenlos durchgeschlagen und dieses Tempo eigentlich bis auf wenige Ausnahmen auf dem ganzen Album nicht wieder reduziert wird. Dabei klingt Helmuths Organ brutaler denn je. „Stigma Diabolicum“ beginnt zunächst etwas langsamer, legt im weiteren Verlauf allerdings noch eine einige Schippen drauf. Auch setzen die Jungs an dieser Stelle für sie untypisch viele, aber durchaus passende Breaks ein. In „Armageddon Raid“ hämmert einem nach dem kurzen cleanen Intro die Double-Base unaufhörlich durch, als würde es kein Morgen geben, dazu gibt Helmuth extrem tiefe Vocals zum Besten. Alterserscheinungen nach so vielen Jahren im Geschäft? Fehlanzeige! Neben den Black-Metal-Passagen gibt es im Vergleich zu früheren Werken mehr Death Metal zu hören, was wie in „Sexdictator Lucifer“ erfreulicherweise für Abwechslung sorgt und durchaus in Zukunft noch mehr in den Fokus rücken sollte!

Ein großer Kritikpunkt der Platte liegt an der geringen Differenzierbarkeit einiger Songs. Titel wie „Shred for Satan“ und „Chronicles of Crime“ unterscheiden sich in so wenigen Nuancen dass sie man vermuten könnte, sie wurden aus ein und demselben Riff gebaut. Eine weitere Schwäche der CD sind fehlende Fill-Ins bei den Rhythmuswechseln des Schlagzeuges, wodurch der eine oder andere sehr zerrissen wirkt. Technisch kann man allerdings keinem der vier Jungs wirklich viel Negatives ankreiden. Die Drumpassagen zeugen von vielen unterschiedlichen Metal-Rhythmen, von den beiden Gitarristen bekommt man wie gewohnt Death-Metal-Klänge vom Feinsten zu hören und auch die Stimme fasziniert mit vielen unterschiedlichen Facetten und teils fast schon grenzwertigen Texten immer wieder.

So betrachtet bekommt der Black- und Death-Metal-Liebhaber mit „Bondage Goat Zombie“ genau das was er von Belphegor erwartet: 100% feinste düstere Kost aus dem schönen Alpenstaat, von welcher man viele Abende und Nächte zehren kann. Es ist wirklich unglaublich, wie die vier Musiker es nach 15 Jahren im Geschäft und einigen Rückschlägen immer noch schaffen, ihre musikalischen Ziele auf gleichbleiben hohem Niveau zu verwirklichen. Man kann sicher auf noch viele weitere Werke aus der österreichischen Schmiede hoffen.

Anspieltipps:

  • Stigma Diabolicum
  • Sexdictator Lucifer
  • The Sukkubus Lustrate

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