Boy Kill Boy - Stars And The Sea - Cover
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Boy Kill Boy Stars And The Sea


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Chris Peck? Wer bitte ist Chris Peck? So erfolgreich Boy Kill Boy in der englischen Musikszene angekommen ist so spärlich war ihr deutscher Auftritt. Höchstens als Geheimtipp war das erfrischende erste Album „Civilian“ von Einigen angenommen worden und inwiefern sich das mit der neuen Platte „Stars And The Sea“ ändern wird ist auch noch nicht vorherzusehen. Für alle, die eine der jüngeren Retrosundbands der Insel noch nicht kennen ist Chris Peck übrigens der Sänger und Gitarrist des Gespanns „Boy Kill Boy“. An seiner Seiten sorgen Kevin Chase (Bass), Peter Carr (Keyboards) und „Shaz“ am Schlagzeug für den Sound, der auch dieses Mal zumindest in England für einen (kleinen) Hype sorgt.

War das Debüt ein Puzzle, bei welchem die Teile zwar ganz klar zusammengehörten, man aber beim fertigen Stück, klar die Trennlinien zwischen den einzelenen Teilen sehen konnte, wird sich beim neuen Output um zweierlei besonders bemüht: Der Klang der Band ist moderner geworden, sprich der Einsatz des Keyboards wurde zu Gunsten der Gitarre eingedämmt. Damit ist die Platte für den weiteren Kreis begehbar, da sich der ein oder andere nun mal nicht wohl fühlt, wenn ein Keyboard so elektronisch einen Hauptplatz einnimmt. Wichtiger aber noch hat man es diesmal schon eher mit einem Bild zu tun, als mit einem Puzzle. Das Gesamtwerk ist keine Auswahl der bisher wohl tauglichsten Lieder der Gruppe, sondern diesmal ein harmonisches Gemälde.

Hier drückt jetzt aber auch der Schuh, denn es stellt sich die Frage, ob es immer noch die besten Songs sind, die man nun gewählt hat. Während Fans sich eher um die neue Frisur Pecks sorgen, wird weitestgehend ignoriert, dass die Singleauskopplungen „Promises“ und „No Conversation“ nur teilweise erfreulicher Natur sind. Letzteres ist nicht minder rockig als ihr bislang bekanntestes Stück „Civil Sin“ und sogar eine Spur melodischer, vielleicht sogar zu melodisch. Alles in allem aber ein guter Song. Bei „Promises“ sieht die Welt nicht einmal mehr halb so gut aus. Solide, möchte man sagen, einfallslos, denkt man an der ein oder anderen Passage. Tatsächlich hält sich der Eindruck eines Bildes von Licht und Schatten, denn erscheint ein Lied überragend, ist dies eher, weil das Vorangegangene enttäuscht.

Überhaupt ist es schwer Höhepunkte zu benennen, da sich der Band entsprechend die Art der einzelenen Stücke im Gesamten sehr ähnelt. Nur wenige Lieder wie „Loud And Clear“ oder „Pen And Ink“ schaffen es durchgehend gut zu wirken und Substanz vorzuweisen. Das Gros der Lieder verfällt dem Schrecken des Streckens. Ein viel versprechender Track („Rosie’s On Fire“, „A Ok“) verfällt in Langeweile, da über die gesamte Spieldauer des Liedes nichts geschieht. Sie sind Eingängig, aber höchstens in einem soliden Sinne. Auch der Abschluss von „Stars And The Sea“ ist bezeichnend. „Two Souls“ ist gekonntes Handwerk. Es ist die Arbeit, die man in Auftrag gegeben hat und das Ergebnis ist genau das, was man erwartet hat. Keine Überraschungen und Verschnörkelungen oder Kanten nur dort, wo sie im Plan erdacht wurden. Durch den kompatibleren Klang fehlt der Schwung eines „Civilian“ und der fehlende Mut zu MEHR sorgt dafür, dass man zwar die Katastrophe des im Musikbusiness immer als „schweren, zweites“ Albums bezeichneten Output verhindert, aber eine Erhöhung der Qualität bleibt aus.

Anspieltipps:

  • Loud And Clear
  • No Conversation
  • Ready To Go

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