The Teenagers - Reality Check - Cover
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The Teenagers Reality Check


  • Label: XL Recordings/INDIGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Gänzlich unbekannt waren The Teenagers nicht mehr, als im Oktober letzten Jahres ihre erste Single „Homecoming“ erschien. Mit einer Handvoll Remixen (u.a. für Shiny Toy Guns und Simian Mobile Disco) hatte sich das Franzosen-Trio dank MySpace und zahlreichen Blogs bereits einen Namen in den großen Weiten des Internets verschafft. „Homecoming“ ist ein Mix aus dezenten, aber treibenden Schlagzeug-Beats und ebenfalls zurückhaltenden Gitarren-Riffs sowie hier und da im Hintergrund auftauchende Synthie-Samples. Im Vordergrund der Musik steht aber unverkennbar Sänger Quentin Delafon, die Stimme eines Jugendlichen durch und durch: (Sprech-)Gesang eines Heranwachsenden, leicht verschlafen, süßer britischer Akzent inklusive. Meint auch seine Gesangspartnerin in der Debüt-Single: „...the cutest british accent ever...“. Delafon wird ihr gegenüber schon etwas direkter: „...she was more than fuckable...“.

Damit wäre das Große und Ganze in Musik und Text auf „Reality Check“ eigentlich auch schon beschrieben. Es geht um Jugendlieben, Sexbekanntschaften, Party-Nächte. The Teenagers nehmen kein Blatt vor den Mund, sparen nicht an detaillierten Schilderungen („I fucked her to Mariah Carey’s ‚Hero’“). Die Texte werden geschickt unterlegt mit kühlem, stark 80er-lastigem Geradeaus-Synthiepop , der sich leider aber vorwiegend auf die Singles beschränkt. Etwas unpassend erscheint daher, dass die Singles sich allesamt an Anfang des Albums befinden, was unweigerlich dazu führt, dass die Musik der Teenagers auf der zweiten Albumhälfte etwas ins Mittelmaß zu versinken droht. So ehrlich und unbefangen klingen sie hier leider nicht mehr, vermitteln teilweise den Eindruck von Lust- und Einfallslosigkeit („Sunset Beach“) und zeigen stellenweise auf, was musikalisch in den 80ern eben doch nicht so toll gewesen ist („Make It Happen“, „Wheel Of Fortune“).

Im Vorfeld der Albumveröffentlichung haben The Teenagers verlautbaren lassen, man wolle mit diesem Album Kritik an der Indieszene üben. Wenn die Band es bei der Veröffentlichung der Singles belassen hätte, wäre es ihnen möglicherweise gelungen. Auf eine etwas skurrile Art und Weise.

Anspieltipps:

  • Homecoming
  • Starlett Johansson
  • Streets Of Paris
  • Fuck Nicole

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