Foals - Antidotes - Cover
Große Ansicht

Foals Antidotes


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Wir nehmen das Beste aus jeder Richtung und bauen daraus etwas Neues. Die Idee ist nicht neu, aber das Ergebnis klingt frisch“.

Auf das Debütalbum der englischen Band Foals (dt.= Fohlen) durfte man mehr als gespannt sein. Denn welche Band zählte zuletzt At The Drive-In, Fugazi, Michael Jackson und selbst den minimalistischen Musikkünstler Steve Reich zu ihren musikalischen Einflüssen und sprach von einer Mischung aus Tanzmusik, Post-Hardcore, Afro-Beat und Techno, um ihre Musik wiederum als „autistic pop“ zu bezeichnen. Die Reaktion der britischen (Musik-)Presse dürfte die Spannung bzw. Vorfreude nicht schmälern. Die Meinungen reichen von der „heißesten Aussicht für 2008“ (The Sun) über „die neuen Radiohead“ (The Daily Telegraph). Dass zwischen den beiden Bands genremusikalische Welten liegen, ist eine andere Sache. Nun gut, man kennt sie, unsere englische Musikpresse.

Höchstwahrscheinlich wird dem geneigten Hörer von „Antidotes“ weder At The Drive-In noch Steve Reich beim ersten Hören in den Sinn kommen. Doch zu leugnen sind beispielsweise die von Reich geprägten Phrasenverschiebungen der dezenten, aber stacheligen und akkordfreien Gitarren auf der Platte nun mal auch nicht. Was man diesem Album also auf keinen Fall absprechen kann ist seine musikalische Vielfalt, und das macht die Band in Jeder ihrer Songs deutlich. Man hört, dass weder der Dance-Punk von The Rapture noch der Glam-Polit-Pop von Bloc Party an ihnen vorbei gegangen ist und dass ihnen Electropop, Math-Rock und New Wave keine unbekannten Begriffe sein dürften.

Foals versuchen einerseits dem Hörer mit einer ähnlich direkten Ansprache wie Radio 4 zu begegnen, setzen wunderbare Syntheziser-Klänge ein, zeigen einen unabdingbaren Willen zum Groove und erschaffen andererseits durch Repetitionen von Sound- und Strukturschemata ein fließendes und teilweise hypnotisierendes Gesamtbild. So viel zum Thema Autistic Pop. Trotz massenhafter Einflüsse und Wiedererkennungswerte wurde hier ein Album geschaffen, das nie einfallslos, flach oder unordinär klingt. „Wir nehmen das Beste aus jeder Richtung und bauen daraus etwas Neues. Die Idee ist nicht neu, aber das Ergebnis klingt frisch“, meint die Band. Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

Anspieltipps:

  • Cassius
  • Olympic Airways
  • Heavy Water
  • Big Big Love (Fig. 2)

Neue Kritiken im Genre „Rock“
6.5/10

Mental Jewelry (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Foals“
comments powered by Disqus