Der Familie Popolski - Der Popolski-Show: Live In Zabrze - Cover
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Der Familie Popolski Der Popolski-Show: Live In Zabrze


  • Label: Spassgesellschaft/SonyBMG
  • Laufzeit: 57 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Insider kennen den Pianisten und Komponisten Achim Hagemann (42) seit Ende der 80er Jahre als musikalischen Begleiter und kongenialen Sidekick von Komiker Hape Kerkeling (43). Zusammen traten die Schulfreunde u.a. in der kultigen TV-Show „Total normal“ auf, spielten in Filmproduktionen („Kein Pardon“) und gingen gemeinsam auf Tournee. Dennoch ist der Recklinghauser nicht dafür bekannt, unbedingt im Scheinwerferlicht stehen zu müssen. Er ist eher der Mann im Hintergrund, der die Fäden zieht und anderen die große Bühne überlässt.

Doch damit ist nun Schluss! Unter dem Pseudonym Pawel Popolski geht Hagemann als Schlagzeuger der polnischen Comedy-Pop-Kapelle „Der Familie Popolski“ komplett steil und liefert ein – zumindest auf dem Papier – total witziges Konzept um eine verarmte Großfamilie aus Zabrze ab, die sich als Urheber zahlreicher, wenn nicht gar aller (!) großen Charthits der letzten ca. 50 Jahre herausstellt. Damit „Der Popolskis“ endlich ihren zustehenden Weltruhm erlangen – bisher verhindert durch einen fiesen Manager (Olek Priszewinski) und, ähem, andere unglückliche Umstände – gehen Pawel, Mirek, Tomek, Danusz, Janusz, Isidor, Andrzej, Bogdan und Cousine Dorota Popolski auf Live-Tournee, um ihre Meisterwerke in den ursprünglichen Versionen dem Publikum zu präsentieren. Damit sollen die brotlosen Jahre als Straßenmusiker für die Pop-Pioniere endgültig vorbei sein.

In der Tat, das klingt spannend und witzig. Und „Der Popolskis“ sind wirklich gute Musiker, die mit fast allem was die Instrumentenkammer hergibt schlafwandlerisch umgehen können. Trotzdem zündet der Live-Auftritt aus dem vermeintlich heimischen Zabrze nicht richtig. Lässt man nämlich die verrückt-genialen Moderationen von Pawel Popolski weg, die fast alle Titel einleiten, bleiben rund ein Dutzend Songs in schrägen Polka- und Blasmusik-Versionen übrig, die in erster Linie eines nicht sind: witzig. Das ist besonders bitter, denn humoristisch sollte dieses Projekt doch sein, oder? Aber sind wir mal ehrlich: Aus der Konserve minus Ansagen klingen Titel wie „We will rock you“ (geklaut von Queen), „Sexy Bomba“ (Tom Jones), „In the shadows“ (The Rasmus) oder „Crying at the discothek“ (Alcazar) allenfalls ganz nett. Da nützt auch die musikalische Perfektion nicht viel. Die Musik berührt einfach nicht!

Zu den wenigen Highlights von „Der Popolski-Show: Live in Zabrze“ gehören der Volksfestknaller „Schöne Maid” als jazzige, völlig depressive Endzeitstimmungsballade, der Publikumsbeschleuniger „Taniec Kaczek“ (bei uns bekannt als „Ententanz“) sowie der Modern-Talking-Chartstürmer „Cheri Cheri Lady” als großartiger Funkrocksong im Rage-Against-The-Machine/Red-Hot-Chili-Peppers-Stil. Das war‘s dann aber auch schon mit der polnischen Herrlichkeit, die sich auf dem Papier so grandios liest und in Albumform so grandios scheitert. Aber das ist selbst einem Genie wie Hape Kerkeling mit seinen Kinofilmen passiert. Also mach dir nichts draus, Achim, äh, Pawel!

Anspieltipps:

  • Insomnia
  • Final countdown
  • Cheri Cheri Lady
  • Porn to be alive/Je t’aime

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